Pressearchiv
Was über Harry Pepl geschrieben und gesendet wurde: Kritiken, Porträts, Interviews und Nachrufe, mit Zusammenfassung und Quelle. Die Originale sind urheberrechtlich geschützt und liegen im Archiv; für Forschung und Presse stellen wir sie auf Anfrage bereit.
Filter aktiv
8 Einträge gefiltert · CSV der gefilterten Einträge
Neueste zuerst · Älteste zuerst
-
Dezember 1998 · Bericht
Das Waldviertel, Jahrgang 47, Heft 4 (Seite 408): Kulturpreise des Landes Niederösterreich 1998 (nach NÖ Landeskorrespondenz, 22.10.1998)
Liste der Preisträger der Kulturpreise des Landes Niederösterreich 1998 (Auszeichnung des Landes Niederösterreich für Kunst und Kultur) nach einer Aussendung der NÖ Landeskorrespondenz vom 22. Oktober 1998. In der Sparte Musik erhält Harry Pepl den Würdigungspreis, Friedrich Keil und Elisabeth Schimana erhalten Anerkennungspreise.
Musik: Harry Pepl (Würdigungspreis), Friedrich Keil und Elisabeth Schimana (Anerkennungspreise)
-
3. November 1998 · Bericht
Kurier (Seite 10, Ressort Chronik, Rubrik „Landsleute“): „Auszeichnung für den musikalischen Jazz-Grenzgänger Harry Pepl“
Kürzel „flo“
Kurzmeldung über den 53-jährigen Gitarristen und Pianisten aus Hernstein, die Wegbegleiter wie Toni Stricker, André Heller und die ORF Big Band (ORF: österreichischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk) aufzählt. Genannt werden außerdem der Le-Monde-Satz von den „Giganten der Improvisation“ und die Preise der deutschen Schallplattenkritik. Welche Auszeichnung der Titel meint, steht nicht im Text.
Wichtig ist, die individuelle Linie zu finden, dazu heißt es üben, üben, üben
Harry Pepl
Der 53jährige Gitarrist und Pianist von Weltruf aus Hernstein zieht mit außergewöhnlichen, spontanen und innovativen Klängen Jazzfreunde in seinen Bann.
Ich fühle mich der musikalischen Wahrhaftigkeit verpflichtet
1998 anlässlich des Kulturpreises des Landes Niederösterreich
Harry Pepl
-
21. Oktober 1998 · Bericht
APA-Basisdienst (Austria Presse Agentur): „Niederösterreichische Kulturpreise 1998 verliehen“
Kürzel „we/wea“
Meldung von der Verleihung der NÖ Kulturpreise 1998 in der Shedhalle St. Pölten am Mittwoch, 21. Oktober 1998, mit der Rede von Landeshauptmann Erwin Pröll und der vollständigen Liste der Preisträger; in der Sparte Musik erhält Harry Pepl den Würdigungspreis.
-
30. September 1998 · Pressetext
OTS (Originaltext-Service der APA), Niederösterreichische Landeskorrespondenz: „NÖ Kulturpreisüberreichung 1998 in St.Pölten“
Ankündigung der Preisüberreichung durch Landeshauptmann Erwin Pröll am Mittwoch, 21. Oktober 1998, 14 Uhr, in der Shedhalle im St. Pöltner Kulturbezirk, mit einer Ausstellung der Preisträger bis 22. November. Laut Ankündigung „intoniert“ Pepl im musikalischen Rahmenprogramm „Tintenfishinky“, angekündigt sind außerdem die „Mostviertler Birnbeitler“ (ein Bläseroktett) unter Robert Pussecker; bei der Verleihung wurde Pepls Stück vom Band zugespielt, Pepl selbst spielte nicht (Auskunft Daniel Pepl, der dabei war, 20.10.2026).
Die Musik-Preisträger sind mit Harry Pepl vertreten, der „Tintenfishinky“ intoniert
-
8. September 1998 · Pressetext
OTS (Originaltext-Service der APA), Niederösterreichische Landeskorrespondenz: „NÖ Landesregierung beschloß Kulturpreise 1998“
Die NÖ Landesregierung beschließt am Dienstag, 8. September 1998, die Kulturpreise des Landes. In der Sparte Musik erhält Harry Pepl den Würdigungspreis (150.000 Schilling), Anerkennungspreise gehen an Friedrich Keil und Elisabeth Schimana. Die Überreichung ist für 21. Oktober in der Shedhalle St. Pölten vorgesehen.
Musik: Harry Pepl (Würdigungspreis)
-
April 1998 · Interview
Concerto (Musikmagazin), Ausgabe 2/1998: „Man könnte Klavierspielen müssen“
Martin Schuster
Interview im Wiener Café Museum, geführt im Zusammenhang mit der Solo-Piano-CD „Flow“. Pepl spricht über seine Anfänge, das Jazzzwio, das kurze Engagement bei Benny Goodman, Real-Time-Composing und MIDI-Technik und kündigt Neuauflagen von „Gegenwind“ und „Montreux 81“ an.
Ich wollte, daß man auf der CD auch den Raum hört.
Harry Pepl
Mein Hauptproblem ist der hohe Blutdruck. Wieder ein Gegensatz: nach außen erscheine ich vielleicht ruhig, aber innen rennt es in mir herum wie wahnsinnig.
1998 im Gespräch mit Martin Schuster für die österreichische Musikzeitschrift Concerto, im Wiener Café Museum, zur Zeit des Klavieralbums „Flow“. Pepl spricht offen und mit Selbstironie über den Blutdruck, der ihn ab 1994/95 von der Bühne fernhielt, und über den Gegensatz zwischen äußerer Ruhe und innerer Hochspannung
Harry Pepl
Ich bin ein Mensch der Gegensätze – oft sehr lustig oder ironisch und dann wieder sehr traurig. Wahrscheinlich hört man das auch in meinem Spiel
1998 im Gespräch mit Martin Schuster (Concerto) im Wiener Café Museum; der Interviewer beschreibt, wie Pepl mit tiefer, sanfter Stimme spricht, über ein Bonmot kichert und im nächsten Moment wieder ernst wird
Harry Pepl
Musik bedeutet für mich Emotionen und Erinnerungen. Und sogar wenn ich etwas spiele, das mir nicht so gefällt, geht der Blutdruck rauf, weil es mir dann auf den Wecker geht.
1998 in Concerto über die Gitarre, die er nach 1994 lange nicht mehr anrührte, weil er die Aufregung fürchtete; „auf den Wecker gehen“ ist umgangssprachlich für „nerven“, der Satz ist selbstironisch gemeint. Am Klavier fand er danach eine neue Freiheit
Harry Pepl
-
10. Februar 1998 · Interview
Wiener Zeitung (Seite 4, Rubrik „Jazzignal“): „Echtzeitkompositionen“
Christian Rösner
Porträt mit Gespräch zum Klavieralbum „Flow“ (PAO Records). Nach seiner zweiten Hirnblutung (im Artikel „Gehirnblutung“) und einer Pause hat Pepl das Klavier zu seinem Instrument gemacht und sein Real-Time-Composing weiterentwickelt. Er erzählt, er habe sich für die Aufnahme in einen Wiener Konzertsaal gesetzt (der Text nennt den Bösendorfersaal), einen Ton gespielt und sich von der Akustik leiten lassen, und erinnert an ein unvorbereitetes Festivalkonzert mit Jack DeJohnette.
Den Gitarristen und Komponisten Harry Pepl kann man wohl als eigenständigste und dabei auch als kompromißloseste Jazzstimme Österreichs bezeichnen.
Mir war wichtig, Musik zu spielen, die wirklich von innen herauskommt und die im Moment passiert
1998 über das Real-time Composing am Klavier
Harry Pepl
ich habe einen Ton gespielt, dann den zweiten, und spätestens beim Dritten hat Jack genau gewußt, wo ich bin, und wir waren zusammen.
Über ein Festivalkonzert mit Jack DeJohnette ohne gemeinsame Vorbereitung, im Gespräch 1998
Harry Pepl
Pepls fließende Echtzeitkompositionen auf „Flow“ sind jedenfalls voller Energie und Ehrlichkeit; im Ausdruck verständlich und vielsagend.
Musik ist mein Leben, und ich kann nicht nicht spielen
1998 im Gespräch mit der Wiener Zeitung über die Zeit nach seiner zweiten Hirnblutung 1994: Ans Gitarrespielen war zunächst nicht zu denken, also wandte er sich dem Klavier zu, daraus entstand das Album „Flow“; das doppelte „nicht“ ist gewollt
Harry Pepl
-
1998 · Lexikon
Kulturpreis Niederösterreich (Preisträgerdatenbank des Landes): „Bewusster Grenzgänger“ (Harry Pepl, Würdigungspreis 1998 Musik)
Würdigungstext zum Würdigungspreis 1998 für Musik. Er zeichnet Pepl als Grenzgänger zwischen Jazz und Neuer Musik nach, von den Austrian Evergreens über Fledermaus-Bar, ORF Big Band (ORF: österreichischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk) und die Professur in Graz bis zum Komponieren in Echtzeit.
Grenzen auszuloten war offensichtlich immer schon sein Bestreben.