Für Forschung und Archive
Forschung
Verzeichnisse mit Belegen, offene Daten und Zugang zu Material aus dem Nachlass für Musikwissenschaft, Jazzforschung, Archive und Hochschulen. Viele Fragen zu Harry Pepls Werk sind noch offen.
Was die Plattform bietet
- Verzeichnisse: die Diskografie mit Besetzungen, Aufnahmedaten und Katalognummern, das Werkverzeichnis mit Besetzung, Uraufführung, ISWC und Notenlage, die Chronik, das Verzeichnis der Personen sowie Presse und Literatur.
- Belege: Jeder Datensatz ist mit seiner Quelle verzeichnet, mit Seitenangabe, wo es eine gibt. Widersprüche zwischen Quellen werden genannt und nicht geglättet, etwa bei Daten zum Jazzzwio, zur Lehrtätigkeit in Graz oder zu Erscheinungsjahren.
- Feste Kennungen: Tonträger tragen Kennungen der Form HP-T-nnnn, Werke HP-W-nnnn. Wie man sie zitiert, steht unter Zitieren.
- Offene Daten: Diskografie, Werke, Chronik, Personen, Presse und Literatur gibt es als CSV und JSON zum Herunterladen (Offene Daten).
- Persönlicher Zugang: Mit einem Zugang lassen sich Merklisten speichern und zusätzliche, nicht öffentliche Materialien abrufen.
- Material auf Anfrage: Hörkopien von Mitschnitten, Scans von Noten, Programmheften und Presse sowie Auskünfte aus dem Nachlass können für Forschungsvorhaben angefragt werden (Anfrage Forschung). Jede Anfrage wird einzeln geprüft; bei Aufnahmen und Bildern sind auch die Rechte Dritter zu beachten.
Grundlegende Literatur
- Nikolaus Kohler: Harry Pepl. Ein Porträt des Musikers und Komponisten. Diplomarbeit, Universität Wien 2006. Mit Interviews, die Kohler mit Pepl selbst führte.
- Stefan Heckel: Instant Composing. Das Spätwerk des Jazzgitarristen und Komponisten Harry Pepl. Dissertation, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien 2024. Mit Fallstudien, Transkriptionen und 22 Gesprächen mit Zeitzeug:innen und Musiker:innen.
- Christian Haudej: Abschlussarbeit an der Kunstuniversität Graz, 1999, mit Interview und stilistischen Analysen.
- Peter Stachel: Artikel „Pepl, Harry“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online.
- Thomas Albert Zlabinger: Free from Jazz. The Jazz and Improvised Music Scene in Vienna after Ossiach (1971-2011). Dissertation, City University of New York 2013.
Weitere Titel verzeichnet das Literaturarchiv.
Offene Forschungsfragen
Aus den bisherigen Arbeiten ergeben sich unter anderem diese Aufgaben:
- Das Heimstudio-Material erschließen. Pepl nahm ab Mitte der 1990er Jahre täglich auf, auf CD, ADAT, Minidisc und Festplatte. Von vielen Stücken gibt es nur Stereosummen. Inventar, Datierung und Bewertung dieses Bestands stehen am Anfang; Heckel regt an, für nur als Summe erhaltene Aufnahmen auch die Trennung der Spuren mit heutigen Verfahren zu prüfen.1
- Original, Notation und Interpretation vergleichen. Pepl wünschte sich selbst den Vergleich zwischen seiner Originalaufnahme, dem Notenbild und der Aufführung, etwa beim Streichquartett für das Artis-Quartett oder beim Werk für STUDIO PERCUSSION graz.2
- Transkriptionen und stilistische Analysen. Kohler vermisste Analysen der Musik selbst. Bisher liegen nur einzelne Transkriptionen vor, etwa von „More Far Out Than East“ und „Alone Is a Golden Stone“.3
- Das Werkverzeichnis der Jahre 1988 bis 1994 vervollständigen. Von zehn Werken, die am 20. Januar 1989 im ORF-Studio Tirol uraufgeführt wurden, und von sieben Werken, die Thomas Larcher dort am 17. Februar 1991 spielte, sind die Titel nicht bekannt. Auch Arbeiten für Thomas Demenga, Heinrich Schiff, das Altenberg Trio und das Austrian Art Ensemble sind lückenhaft dokumentiert.4
- Rundfunkarchive auswerten. Im ORF-Archiv und bei deutschen Sendern liegen Mitschnitte, die nur teilweise bekannt sind.5
- Die Rezeption in Frankreich. Pepls Jahre mit der Gruppe von Michel Portal, die Aufnahmen des französischen Rundfunks und die französische Presse sind kaum untersucht. Auch der Artikel, in dem Le Monde ihn als ‚Gigant der Improvisation‘ bezeichnet haben soll, ist im Original noch nicht gefunden.6
- Datierungen klären. Beginn des Jazzzwio, Ende der Lehrtätigkeit, Uraufführungen des Kronos Quartet und Erscheinungsjahre einzelner Alben werden in den Quellen unterschiedlich angegeben.
- Aufführungspraxis heute. Wie lässt sich Musik, die nur als Aufnahme existiert, mit Ensembles neu spielen? Heckels Versuch mit einer Verbalpartitur und das Live-Projekt mit Pepls Originalspuren sind erste Antworten.7
Wer zu einer dieser Fragen arbeitet oder Material und Hinweise beitragen kann, erreicht uns über das Kontaktformular. Hinweise auf neue Abschlussarbeiten und Publikationen sind für das Literaturverzeichnis willkommen.
Anmerkungen und Quellen (7)
- Heckel 2024, S. 84, 159 und 163; Kohler 2006, S. 133 bis 135. ↩
- Kohler 2006, S. 122; Heckel 2024, S. 121 bis 149. ↩
- Kohler 2006, S. 149; Heckel 2024, S. 99 f. und 114 bis 116. ↩
- Kohler 2006, S. 119 f.; Heckel 2024, S. 205 und 253. ↩
- Kohler 2006, S. 2, 144 und 148 f. ↩
- Kohler 2006, S. 106 und 112; Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18. ↩
- Heckel 2024, S. 163 bis 170 und 272 bis 282. ↩
Verzeichnisse
Wissenschaftliche Arbeiten
- Stefan Heckel (2024): Instant Composing. Das Spätwerk des Jazzgitarristen und Komponisten Harry Pepl. Dissertation (PhD), Musikwissenschaft (Theorie und Geschichte der Popularmusik), Universität für Musik und darstellende Kunst Wien; Betreuer Harald Huber.
- Thomas Albert Zlabinger (2013): Free from Jazz: The Jazz and Improvised Music Scene in Vienna after Ossiach (1971-2011). Dissertation, City University of New York.
- Silvia Elisabetta Pagano (2009): Experimentieren – improvisieren – zuhören: Ursprung, Entwicklung und Theorien der heutigen experimentellen elektronischen Musik sowie Beweggründe und Gedanken in Wien tätiger Musikschaffender. Dissertation, Universität Wien (Betreuer Christoph Reuter).
- Nikolaus Kohler (2006): Harry Pepl. Ein Porträt des Musikers und Komponisten. Diplomarbeit zur Erlangung des Magistergrades der Philosophie, Studienrichtung Musikwissenschaft, Universität Wien, eingereicht im September 2006; Betreuerin Regine Allgayer-Kaufmann.
- Martin Schaberl (2004): Wolfgang Muthspiel – einer der vielseitigsten Musiker Österreichs und Preisträger des European Jazz Prize 2003. Magisterarbeit, Institut für Jazzforschung, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz (Betreuer Franz Krieger).
- Christian Haudej (1999): Harry Pepl. Aspekte seiner musikalischen Entwicklung. Unveröffentlichte Magisterarbeit, Institut für Jazzforschung, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz.