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Harry Pepl * 1945  † 2005

Biografie

Leben

Harry Pepl lernte Jazz von Schallplatten, spielte mit Werner Pirchner, Benny Goodman, Jack DeJohnette und Michel Portal und unterrichtete fast zwei Jahrzehnte Jazzgitarre in Graz. Le Monde nannte ihn einen „Giganten der Improvisation“. Mit dem Real-time Composing machte er aus Improvisation Komposition; im Heimstudio in Hernstein, Niederösterreich, entstand ab Mitte der 1990er Jahre ein umfangreiches Spätwerk, das erst teilweise erschlossen ist.

Das ist so viel, wenn ich anfange zu erzählen, fällt mir alles auf den Kopf, alle Töne, alle Noten, die Musik und die Erlebnisse - eigentlich die ganze Welt!

Harry Pepl, 20051

Wien und die Anfänge

Harry Pepl wurde am 10. September 1945 in Wien geboren und wuchs in Floridsdorf auf.2 Zu Hause hörte man Jazz ebenso wie Oper und Wienerlied. Der Vater war ein „Riesen-Jazzfan“ und hörte Count Basie, die Großmutter Schrammelmusik; nach der Kleinen Zeitung pfiff ihm der Vater die Standards vor, die der Besatzungsfunk spielte.3 Mit sieben Jahren bekam Pepl ein Akkordeon. Als Achtjähriger hörte er bei einer Akkordeon-Weltmeisterschaft einen jugoslawischen Musiker improvisieren; später nannte er das den „Kick zum Improvisieren“.4 Das Spiel nach Noten verlor bald seinen Reiz, er begann frei zu spielen und lernte an einer Wiener Musikschule Klavier.5

Mit 13 Jahren kaufte er sich für hundert Schilling eine Gitarre.6 Er hörte Platten von Tal Farlow und Johnny Smith, dann von Wes Montgomery, Jim Hall und Barney Kessel und spielte sie nach, bis jeder Ton samt Phrasierung saß; Noten solcher Musik gab es damals kaum. Sein „Fernstudium“ bei Jim Hall und Wes Montgomery, wie es später hieß, bestand aus Schallplatten.7 Tagsüber schrieb er Arrangements für Tanzmusik, nach den Auftritten am Abend übte er bis in die Morgenstunden die Soli von Jim Hall und Wes Montgomery.8 Klassische Gitarre lernte er in der Klasse von Karl Scheit an der Wiener Musikhochschule; zur Aufnahmeprüfung spielte er Mozarts „Türkischen Marsch“ mit dem Plektrum.9

Anfang der 1960er Jahre spielte er bei den Austrian Evergreens, einer Wiener Tanz- und Beatband, die die Kleine Zeitung „Austrian Aces“ nennt. 1962 erschien die Single „Susi-Twist / Tabu“, 1964 folgte „Skinny Minny / Olymp“ mit seiner Komposition „Olymp“ auf der B-Seite. Mit der Band war er auf Tournee und begleitete in Seefeld Josephine Baker.10 An der Jazzabteilung des Konservatoriums Wien traf er Anfang der 1970er Jahre den Pianisten Peter Ponger, mit dem er im Quartett in der Wiener Fledermausbar spielte.11 In den 1970er Jahren war Pepl in Studios gefragt, ging mit Peter Alexander auf Tournee, spielte mit Toni Stricker und André Heller und war Gitarrist und Solist der ORF Big Band; 1976 erschien deren LP „Leave Me“ mit ihm als Solisten.12 Grenzen zwischen Unterhaltung und Jazz nahm er nicht wichtig: „Mir ist das Wurscht, daß das Jazz heißt“, sagte er 1988 der Wochenpresse.13

Schwarzweißfoto: fünf Männer in hellen Anzügen mit dunklem Revers stehen auf einem Platz, mit Saxofon, zwei Gitarren und Schlagzeug, dahinter Bäume.
Fünf Musiker im FreienFoto: H. H. Schweger

ORF Big Band und Harry Pepl, 1976

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„For My People“ von der LP „Leave Me“, mit Harry Pepl als Solisten. YouTube-Kanal Fullmax Recordings.

Parallel suchte er den eigenen Jazz: im Harald Neuwirth Konsort, im Erich Kleinschuster Sextett, in Albert Mairs Conception M, mit seinem Trio Hip Jargon und in Martin Mumelters Concertodrom, das 1975 klassische Musiker und Improvisatoren zusammenbrachte und bis zum Edinburgh Festival reiste.14 Um 1975 spielte er bei einem Konzert im Duo mit Lee Konitz. Das sei für ihn „der erste Impuls“ gewesen, sich „so frei zu machen“.15 Mit dem Lehrauftrag an der Grazer Musikhochschule, den er 1977 antrat, ließ er die Studioarbeit hinter sich; davon handelt der Abschnitt über seine Zeit als Lehrer.16

Jazzzwio und Austria Drei

Den Vibraphonisten Werner Pirchner holte Pepl 1975 in sein Quartett Hip Jargon. In einer Probenpause spielten die beiden „Stella by Starlight“ im Duo und merkten sofort, wie gut sie zusammen klangen. Daraus wurde das Jazzzwio, nach dem JazzEcho Pepls wichtigstes Projekt.17 Gitarre und Vibraphon, ohne Bass und Schlagzeug: Joachim-Ernst Berendt fand, „dass der Sound Vibrafon/Gitarre noch reizvoller ist als der Vibrafon/Piano-Klang“.18 Der Standard schrieb, das Duo habe „international zwischen Berlin und Montreux mit einer subtilen und intensiven Form der Kammermusik Furore“ gemacht.19 Runo Ericksson schrieb in den Linernotes seiner LP „Omnibus“ über Pepl und Pirchner: „they play like two people in love with each other“.20 Am 1. und 2. Dezember 1979 nahm das Duo in einem kleinen Studio am Bisamberg bei Wien das Album „Gegenwind“ auf, das bei Mood Records in Stuttgart erschien.21

Schwarzweißfoto: ein bärtiger Mann mit lockigem Haar in Jeansjacke spielt eine Akustikgitarre und blickt zur Seite, rechts ein Gerät mit Metallstäben.
Gitarrist mit Akustikgitarre, September 1979Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Am 12. Juli 1981 spielte das Jazzzwio beim Montreux Jazz Festival. Pepl war in Graz während des Unterrichts ans Telefon gerufen worden und hatte für das Gitarrenprogramm zugesagt, aber nur im Duo mit Pirchner. „Die waren alle begeistert. Eine Sensation eigentlich“, erzählte er der Wochenpresse, die den Abend den ersten großen Schritt seiner internationalen Karriere nannte.22 Der Mitschnitt erschien bei WEA als „Live, Montreux 1981“. Im Jänner 2009 brachte Universal die Aufnahmen aus Montreux und Innsbruck (1984) samt Video unter der Regie von Daniel Pepl als „Live in Concerts“ neu heraus. Der Kurier nannte Pepl und Pirchner „zwei originelle heimische Musiker, die beide viel zu früh gehen mussten und unvergessen sind“, die Kronen Zeitung schrieb: „Wenn es Klassiker des österreichischen Jazz gibt, hier ist einer!“23

Jazzzwio live beim Montreux Jazz Festival, 12. Juli 1981 (Teil 1)

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Harry Pepl und Werner Pirchner. YouTube-Kanal Fullmax Recordings.

Jazzzwio live beim Montreux Jazz Festival, 12. Juli 1981 (Teil 2)

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Harry Pepl und Werner Pirchner. YouTube-Kanal Fullmax Recordings.

Daneben spielte Pepl im Quartett Austria Drei mit Pirchner, dem Bassisten Adelhard Roidinger und dem Schlagzeuger Todd Canedy, das im Juli 1979 in München sein einziges Album aufnahm. Das Stück „Boo Bop“ darauf hatte er ursprünglich für vier Gitarren seiner Grazer Klasse geschrieben.24 Von 1979 bis 1982 war er Gast im Vienna Art Orchestra, 1980 spielte er beim New Jazz Meeting in Baden-Baden in The String Summit, dazu kamen Runo Ericksson's Omnibus, The Loss und Adelhard Roidingers ECM-Album „Schattseite“ (1981 aufgenommen).25

Beim Festival Saalfelden im September 1980 stieg Jack DeJohnette spontan bei einem Auftritt des Jazzzwio ein. Im Juni 1982 nahmen Pirchner, Pepl und DeJohnette im Tonstudio Bauer in Ludwigsburg mit dem Produzenten Manfred Eicher ein Album auf, das 1983 bei ECM erschien; Pepls Komposition „Air, Love & Vitamins“ ist darauf zum ersten Mal zu hören.26 „Das ist das erste Mal, dass wir wirklich über die Mauer schauen“, sagte Pepl damals der Zeitschrift Jazzlive.27 Wie später „Cracked Mirrors“ wurde die Platte mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.28 Im Mai 1985 spielte das Duo, mit Don Moye am Schlagzeug, beim Festival „Beyond the Sound of Music: New Austria / New York“, über das die New York Times berichtete. Im Oktober 1985 gab es die letzten nachweisbaren Konzerte, mit Barry Altschul am Schlagzeug und Walter Schmocker am Bass, darunter am 28. Oktober beim Jazzfestival in Niš, das die LP „Naissus Jazz 85“ festhielt; Pirchner wandte sich danach der Komposition zu, die beiden gingen einvernehmlich getrennte Wege.29

He was an amazing guitarist, pianist and composer. His harmonic, rhythmic and sound concepts were very unique!

Jack DeJohnette, 202030

Jazzzwio beim Naissus Jazzfestival in Niš, 28. Oktober 1985

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„The Theme“ mit Harry Pepl, Werner Pirchner, Barry Altschul und Walter Schmocker. YouTube-Kanal Dusan Classica.

Mit Benny Goodman

1980 und 1981 spielte Pepl in der Band von Benny Goodman. Im November 1980 holte ihn Goodman für zwei Konzerte in die Berliner Philharmonie, mit Don Haas am Klavier, Peter Witte am Bass und Charly Antolini am Schlagzeug. Bei der Probe entstand spontan „Harry Pepl's Blues“; die Aufnahmen erschienen 1996 als „Berlin 1980“.31

Stark beschädigter Farbabzug einer Bühnenszene: ein Bassist, ein sitzender Mann im Smoking, ein Schlagzeug und rechts ein Gitarrist im Scheinwerferlicht.
Mit Benny Goodman live, Berlin 1980Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Mit Goodman stand er auch vor den Fernsehkameras, etwa in „René Kollo: Ich lade gern mir Gäste ein“, der Gala-Show, in der der Opernstar René Kollo, gefeierter Wagner-Tenor der Bayreuther Festspiele, von 1978 bis 1984 im ZDF internationale Stars empfing. Die deutsch-österreichische Produktion lief oft an den Weihnachtsfeiertagen, in einer Zeit mit nur drei Fernsehprogrammen. 1981 spielte das Quartett in Rom Jazzfassungen des Hauptthemas für Dino Risis Film „Fantasma d'Amore“ mit Romy Schneider und Marcello Mastroianni ein, die Filmmusik schrieb Riz Ortolani. Im September 1981 trat die Band im Tivoli in Kopenhagen auf; der Fernsehmitschnitt ist erhalten.32

Benny Goodman im Tivoli, Kopenhagen, September 1981

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„Oh, Lady Be Good“ mit Benny Goodman, Don Haas, Harry Pepl (im Abspann „Harry Pepi“), Peter Witte und Charly Antolini. Fernsehmitschnitt, YouTube-Kanal 1964Mbrooks.

Für Goodman spielte Pepl mit kleinem Verstärker, ohne Hall und Delay, „wie der Großvater von Charlie Christian“. Es sei nicht seine Musik gewesen, aber „ein Riesenerlebnis“. Ein weiteres Konzert in Wien lehnte er ab.33 Goodman schickte ihm ein Foto mit der Widmung „To Harry, a great guitarist, my best, Benny“.34

ECM, Air Mail und die Portal Unit

Auf Anregung des Schlagzeugers Wolfgang Reisinger entstand 1983 Air Mail, Pepls US-österreichische Band. Im Herbst 1983 stand die Besetzung fest: Pepl, Wolfgang Puschnig (Altsaxofon, Flöte), der eigens eingeflogene amerikanische Bassist Mike Richmond, nach dem die Band benannt ist, und Reisinger.35 Der Durchbruch kam beim Festival Moers im Mai 1984. Es folgten „Prayer for Peace“ (Moers Music, aufgenommen im Februar 1985) und „Light Blues“, im Juli 1987 live in Wels aufgenommen, 1988 bei Amadeo erschienen und 2001 von Universal neu herausgebracht.36 Air Mail probte „wie eine Popband“: Die Themen wurden vorgespielt statt notiert und im Unisono geübt, bis sie saßen. „Da haben wir wirklich ziemlich verrückt geübt“, sagte Pepl.37 Sieben Jahre spielten Puschnig und Reisinger mit ihm; Puschnig sagte im Rückblick: „Ich habe einfach seine musikalische Sprache gelernt.“38 Das letzte Konzert von Air Mail fand 1993 beim Festival in Raab statt.39

Air Mail live beim Jazzfestival Amiens, 1986

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Konzertmitschnitt. YouTube-Kanal Fullmax Recordings.

Ab 1984 spielte Pepl mit dem französischen Klarinettisten und Saxofonisten Michel Portal: zuerst am 23. September 1984 im Grazer Schlachthof mit George Lewis, Joachim Kühn, Jean-François Jenny-Clark und Daniel Humair, dann in Paris im Théâtre de la Ville und im Centre Pompidou sowie auf französischen Festivals. Er ist auf Portals Studioalbum „Turbulence“ zu hören und auf „Men's Land“, im Mai 1987 live in Amiens mit Dave Liebman, Jenny-Clark, Jack DeJohnette und Mino Cinelu aufgenommen.40 Le Monde nannte ihn einen „Giganten der Improvisation“.41 Im Oktober 1986 nahm er mit dem Quintett von Enrico Rava und Dino Saluzzi das ECM-Album „Volver“ auf, mit seinem Stück „Ballantine for Valentine“, und ging mit der Band drei Monate auf Europatournee.42

Jazzfestival Amiens, Frankreich, Mai 1987: links sitzend Harry Pepl mit der Gitarre, daneben zwei Saxophonisten und der Kontrabass. Laut Besetzung von „Men's Land“ Michel Portal, Dave Liebman und Jean-François Jenny-Clark.
Michel Portals Gruppe in Amiens 1987Foto: Frank Lantiez

Für „Cracked Mirrors“, sein eigenes ECM-Album, spielte Pepl im Februar 1987 mit dem Flügelhornisten Herbert Joos in einem Studio in der Wachau; Jon Christensen nahm das Schlagzeug danach in Oslo dazu auf. Den Anstoß und die Vorfinanzierung gab der Grazer Veranstalter Heimo Steps.43 Das Album erschien am 30. Mai 1988. Es ist das erste, auf dem Pepl die MIDI-Gitarre prägend einsetzt, und erhielt den Preis der deutschen Schallplattenkritik.44 ECM kündigte drei Musiker an, „die auch in avancierten Spieltechniken mit viel Sinnlichkeit und Wärme zu improvisieren imstande sind“; eine Kritik wies Pepl als „einen der innovativsten Gitarristen des gesamteuropäischen Raumes“ aus.45 Nach dem Konzert im Linzer Posthof im April 1988 schrieb Robert Urman von einem „Trio der Extraklasse“.46 Im Dezember 1988 ging das Trio mit Tony Oxley am Schlagzeug auf Tournee durch Österreich und spielte in der Esslinger Dieselstraße, wo die Eßlinger Zeitung staunte, dass Pepl „ein fulminantes Schlagzeugsolo auf der Gitarre“ spielte.47 „Der österreichische Musiker Harry Pepl ist ein international gefragter Mann“, schrieb die Wochenpresse.48

Harry Pepl, Herbert Joos und Jon Christensen im Stadtgarten Köln, 1989

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Konzertmitschnitt des Trios. YouTube-Kanal Fullmax Recordings.

Kollegen aus den USA schätzten ihn. John Scofield sagte über ihn: „He is one of my favourites“, John Abercrombie: „He's great, he's like a machine gun.“ Pat Metheny und Bill Frisell kannte er persönlich, vom Festival Jazz in Neuwied und von Konzerten und Workshops des NDR. Frisell half er einmal bei einem Konzert mit Saiten aus.49 Noch Jahre später, so der Porgy & Bess, kam von Gitarristen wie Abercrombie und Scofield immer dieselbe Frage: „And how is Harry?“50

Harry Pepl lacht auf der Bühne des Jazzfestivals Amiens, Frankreich, im Mai 1987, helles Sakko, Blick nach rechts.
Harry Pepl in Amiens 1987Foto: Frank Lantiez

Komponist

Ende der 1980er Jahre trat Pepl als Komponist für Kammerensembles hervor. Seine Methode nannte er Real-time Composing oder Instant Composing: Er improvisierte mit der MIDI-Gitarre Stimme für Stimme, ließ das Ergebnis als Partitur ausdrucken und korrigierte es nicht nach. Das Programmheft des Musikvereins sprach 1990 von einem Vorgang, bei dem „das Werk in dem Augenblick, in welchem es erfunden wurde, auch schon schriftlich fixiert ist“. Die Arbeitsweise beschreibt eine eigene Seite zum Real-time Composing.51

In dem Augenblick, in dem ich inspiriert musiziere oder komponiere - was für mich dasselbe ist -, glaube ich an das Absolute: an die Wahrheit, in der alle Gegensätze zusammenfallen.

Harry Pepl, 199652
Schwarzweißes Studioporträt vor weißem Grund: Harry Pepl sitzt in schwarzer Lederjacke auf einem Bugholzstuhl, die Arme auf eine Westerngitarre gelegt, und blickt mit leichtem Lächeln in die Kamera.
Harry Pepl mit Westerngitarre, StudioporträtFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Am 16. März 1989 spielte das Ensemble Wien im Brahms-Saal des Musikvereins seine „Ballade for Mr. Dinozo“, gewidmet Dino Saluzzi; am 14. Dezember 1989 folgte dort „Grogos“, ein Auftrag der Gesellschaft der Musikfreunde.53 Am 27. Februar 1990 widmete ihm das Ensemble Kontrapunkte unter Peter Keuschnig im Brahms-Saal ein Komponistenporträt; Pepl spielte selbst Gitarre mit MIDI-System, den Klavierklang lieferte ein Bösendorfer-Computerflügel 290 SE.54 Thomas Larcher spielte im Februar 1991 im ORF-Studio Tirol sieben Werke von ihm.55 Am 3. Dezember 1991 brachte das Kronos Quartet im Grazer Orpheum „Moving Navel“, „String Quartet No. 8“ und „Obsession“ zur Welturaufführung, vermittelt von Heimo Steps.56 Für STUDIO PERCUSSION graz entstand „Anspannen, Überspannen, Abspannen“ für Schlagzeugensemble und Zuspielband, uraufgeführt am 11. März 1992 im Orpheum.57 Am 6. Mai 1993 spielte das Artis-Quartett im Brahms-Saal das im Februar entstandene Streichquartett „Über kurz oder lang, von der Weite und der Enge“. „Darf man von Pepl nur das Unerwartete erwarten“, zitierte das Programmheft eine Kritik. Der Kurier fand das „fragile, Trauer vermittelnde Werk“ zwischen Beethoven und Brahms „als Sandwich-Einlage zu schade“. Während einer leisen Stelle setzte draußen ein Gewitter ein: „Es war eine unglaubliche Stimmung, als auf einmal das Rauschen des Regens einsetzte.“58

Das Album „Schönberg Improvations“ entstand im November 1989 in Wien. Pepl spielte die Klavierstimmen über die MIDI-Gitarre in einen Bösendorfer 290 SE ein, zuerst die linke, dann die rechte Hand; dazu kamen Dave Liebman, Wolfgang Reisinger und Johannes Enders. Beim Präsentationskonzert im Wiener Konzerthaus am 7. Februar 1990 spielte der Flügel selbst, Pepl bediente nur das Haltepedal. „Musikalischer Quantensprung“, urteilte die Zeitschrift Tschin Bumm.59 Andreas Felber nannte die Platte 2004 in den Liner Notes zur CD-Ausgabe das „bisher kompromissloseste Dokument seines Prinzips des Instant Composing“.60

Kontaktbogen mit drei Aufnahmen aus einem Aufnahmeraum: ein Mann am Bösendorfer-Flügel, den Kopf auf die Hand gestützt, im Hintergrund Mikrofonständer.
Bösendorfer-Projekt 1989, KontaktbogenFoto: David Liebmann

Im Juni 1992 spielte sein Quartett mit Claus Stötter, Paul Nowinski und Jojo Mayer auf Einladung der Knitting Factory in New York und nahm am Tag darauf „N.Y.C. Impressure“ auf. „Mir fiel selber an mir auf, daß ich dort völlig anders spiele als daheim“, sagte Pepl der Zeitschrift Jazzlive.61 Die Salzburger Nachrichten befanden im Mai 1994, dass die Platte „zum Aufregendsten zählt, das in den letzten Jahren hierzulande produziert worden ist“, und nannten sie im Dezember das österreichische Jazzalbum des Jahres, aus Sicht ihres Autors. Ljubiša Tošić hörte im Standard eine Phrasierung, „reizvoll und angenehm unberechenbar“, die Kronen Zeitung schrieb: „Die Wandlungsfähigkeit gehört zu Pepl wie die Hinwendung zu verschiedenen (Komponier-)Techniken.“62 Das Land Niederösterreich zeichnete ihn 1991 und 1998 mit Kulturpreisen für Musik aus; der Kurier stellte ihn 1998 als „Gitarrist und Pianist von Weltruf aus Hernstein“ vor.63

Die New Yorker sind jedesmal ganz baff, wenn sie hören, daß ich von den österreichischen Bergen komme.

Harry Pepl im Kurier, 199864

Lehrer in Graz

1976 bot die Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz, die heutige Kunstuniversität, Pepl die Leitung der Ausbildungsklasse für Jazzgitarre an. Er nahm an und löste 1977 seinen Vertrag mit der ORF Big Band: „Ich entschied mich, zu unterrichten, und nur noch wirklich Jazz zu spielen, und den Kommerz und das Studio als Job hinter mir zu lassen.“65 1984 wurde er ordentlicher Hochschulprofessor. Er unterrichtete bis Mitte der 1990er Jahre.66 „Der Gitarreprofessor zu Graz gilt international als einer der besten seines Faches“, schrieb die Kleine Zeitung 1988.67

Schwarzweißporträt: Harry Pepl sitzt mit einer Jazzgitarre im Arm und blickt in die Kamera; an der Wand das Plakat eines Konzerts mit Mike Richmond und Wolfgang Reisinger in Linz („Montag, 14. Mai“), rechts ein Effektgerät.
Harry Pepl mit Archtop-GitarreFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Der Unterricht war für ihn selbst eine Quelle: „Durch das ständige Vorspielen machte ich mir immer selber Gedanken, was man da noch machen könnte.“68 Seinen Studierenden gab er mit: „Wichtig ist, die individuelle Linie zu finden, dazu heißt es üben, üben, üben.“69 Guido Jeszenszky, der 1977 bei ihm begann, erinnert sich an einen Lehrer, der mit wechselnden Gitarren kam, ständig nach Sounds suchte und im Unterricht fast die ganze Zeit spielte.70 Im Mai 1982 kam Larry Coryell an die Grazer Jazzhochschule und spielte eine Jam-Session mit Pepl, „von dem er sehr beeindruckt war“, wie die Steirerkrone berichtete.71 Zu Pepls Studierenden gehörten Wolfgang Muthspiel, Peter Havlicek, Guido Jeszenszky, Alex Machacek, Helmut Weinhandl und Johannes Enders; Gerald Gradwohl sagte 2017, Pepl habe ihn gelehrt und inspiriert.72 Wolfgang Muthspiel erinnerte sich 2022 an seinen Lehrer als „an important guitar player“ mit unverwechselbarem Klang und großem Zeitgefühl, für ihn eine internationale Figur mit eigener Stimme.73 Privat kam der Wiener Gitarrist Andy Manndorff zu ihm, ein guter Freund, der später sagte, Pepl sei „der einzige Lehrer“ gewesen, „der mir etwas beibringen konnte“.74 Außerhalb von Graz führen ihn die Wiener Meisterkurse in ihrer Liste der Lehrenden seit 1975 für Jazzgitarre.75 Das JazzEcho sah in ihm „mit seiner eigenwilligen Vorstellung von Harmonisierungen, Melodieführungen, Sound und Rhythmik eine wichtige Stilalternative zum afroamerikanischen Modell“.76 Rektor Otto Kolleritsch nannte ihn nach seinem Tod einen „begnadeten Gitarristen“ und eine „Ausnahmeerscheinung“.77 Für die großen Jazzmusiker, die nach Graz kamen, war er nach Heimo Steps „Mister Graz“.78

Ich fühle mich der musikalischen Wahrhaftigkeit verpflichtet und denke und spiele in mehreren rhythmischen Ebenen.

Harry Pepl im Kurier, 199879

Das Heimstudio in Hernstein und die Lonely Single Swinger Band

Um 1980 zog Pepl nach Hernstein in Niederösterreich und richtete sich im Keller seines Hauses ein Tonstudio ein, das später „Bergwerk“ hieß.80 „Ich will möglichst alles selber machen“, sagte er 1994 der Kronen Zeitung über sein Studio.81 Ab Mitte der 1990er Jahre trat er nur noch selten auf und verlegte seine Arbeit ganz dorthin. In diese Zeit fallen auch zwei Klavieralben: „Consequence“, im November 1995 in der Bösendorfer-Fabrik in Wien frei improvisiert und erst 2020 veröffentlicht, und „Flow“, am 10. März 1996 im Brahms-Saal in einem Take eingespielt und bei PAO Records erschienen.82 „Ich wollte, daß man auf der CD auch den Raum hört“, sagte er der Zeitschrift Concerto über „Flow“.83 „Beim Klavierspielen genieße ich die große Freiheit“, schrieb er 1995.84

Farbfoto: Harry Pepl mit grauem Bart und dunklem Oberteil sitzt in seinem Tonstudio zwischen Holzregalen, Kopfhörern und Studiogeräten, hebt den Daumen und blickt zur Seite; unten im Bild der Hals einer E-Gitarre.
Harry Pepl in seinem Heimstudio in HernsteinFoto: Andrea Wogowitsch

Im Studio entstand dann, was Pepl „Harry Pepl's Lonely Single Swinger Band“ nannte: eine Band, in der er alle Instrumente selbst spielte. Meist begann er mit dem Schlagzeug, dann kamen Gitarre, ein Bass-Sample über die MIDI-Gitarre, Klavier und Scat-Gesang dazu, Spur für Spur und jeweils improvisiert als Antwort auf das Vorhandene.85 Er spielte, wie er sagte, „ohne irgendeinen Bezugspunkt eines Metronoms in einer gewissen time, einer Akkordfolge oder einer Melodie“. Den Namen erklärte er damit, dass „alle Stücke irgendwie Single sind und traurig, und swingen oder nicht swingen tuts auch“.86 Zwischen 1995 und 2005 nahm er dort „kiloweise“ Musik auf, wie Daniel Pepl der Zeitschrift Concerto erzählte, katalogisierte sie und bewertete viele Stücke mit drei bis fünf Sternen, von „so ok“ bis „leiwand“; eine Auswahl brannte er auf CDs wie die „Weihnachts-CD 1999“.87

Schwarzweißfoto: Harry Pepl sitzt in seinem Heimstudio mit einer Halbresonanz-E-Gitarre der Marke Ibanez und blickt lächelnd auf das Griffbrett; hinter ihm Regale mit Archivkästen, ein Kopfhörer am Haken, links ein Tonbandgerät.
Harry Pepl im Heimstudio mit Ibanez-GitarreFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

2004 kam diese Musik erstmals auf die Bühne: Im Wiener Blue Tomato und beim Salzburger Jazzherbst improvisierten Clemens Salesny, Wolfgang Schiftner und Lorenz Raab zu seinen Aufnahmen, dazu zeigte der Fotograf Rainer Rygalyk Bilder; Pepl war dabei. Rygalyk nannte Salzburg seinen letzten großen öffentlichen Auftritt.88 Harry Pepl starb am 5. Dezember 2005 in Wiener Neustadt, im Alter von 60 Jahren.89

Der Standard schrieb im Nachruf, Pepl „gehörte in seiner aktiven Phase zu den bedeutendsten Gitarristen weltweit“. Für das JazzEcho war er „einer der prägenden Instrumentalisten der europäischen Jazzszene“, für die Frankfurter Allgemeine Zeitung „einer der anregendsten Stilisten auf dem akustischen wie dem elektrischen Instrument“. Die neue musikzeitung zählte ihn nach einer Meldung des ORF zu den Musikern, „die den österreichischen Jazz national und international geprägt und beeinflußt haben“. Die Presse schrieb: „Im äußerlich so introvertiert wirkenden Virtuosen brodelte es, wenn er spielte.“90

Nachwirkung

Im September 2006 legte Nikolaus Kohler an der Universität Wien die erste wissenschaftliche Arbeit über Pepl vor, für die er ihn noch selbst interviewt hatte.91 Im selben Herbst vergab der Grazer Veranstalter gamsbART im Rahmen des Austrian Soundcheck erstmals den Harry-Pepl-Preis für junge Musiker:innen, als Stipendium der Stadt Graz über 5.000 Euro; unter den späteren Preisträger:innen sind Clemens Salesny und Stefan Heckel. Für Otmar Klammer war Pepl „ein unverbesserlicher musikalischer Visionär“, die Kleine Zeitung schloss ihren Bericht mit „Hut ab vor Harry P.!“92 Am 6. Dezember 2006 spielten Musiker:innen im Wiener Porgy & Bess „A Tribute to Harry Pepl“, der Erlös ging an die Verwaltung des Nachlasses.93 Der Deutschlandfunk widmete ihm im März 2007 eine Folge seiner Reihe „Milestones“ über Klassiker der Jazzgeschichte.94

Christian Muthspiel widmete 2007 der Musik von Pirchner und Pepl das Album „Against the Wind“; Wolfgang Muthspiel hatte schon 2004 ein Album nach „Air, Love & Vitamins“ benannt.95 Das Stück wird bis heute gespielt: 2025 nahmen der in München lebende Vibraphonist Tim Collins und der Pianist Martin Gasselsberger es für ihr Duoalbum „Songs From The Treehouse“ auf.96 Das dänische Kresten Osgood Quintet spielte beim Copenhagen Jazz Festival 2023 Pepls „The Halley's Comet Light Blue Blues“; das Album „Live At H15 Studio“ wurde bei den Danish Music Awards Jazz 2024 als Jazz-Veröffentlichung des Jahres ausgezeichnet.97

Schwarzweißes Gruppenbild: vier Musikerinnen und Musiker lehnen nebeneinander an einer weißen Wand, links davon steht als blasse, montierte Figur Harry Pepl (laut Cover der Doppel-CD).
Das Quartett mit Harry Pepl als Überblendung, 2015Foto: Manulli by Ania Radziszewska

Den Nachlass verwaltet sein Sohn Daniel Pepl, der die Editionen bei Fullmax Recordings produziert. Zum zehnten Todestag erschien 2015 die Doppel-CD „Harry Pepl & Clemens Salesny / Martin Bayer / Peter Primus Frosch / Agnes Heginger“, auf der Pepls Spuren aus dem Heimstudio mit live eingespielten Instrumenten zusammenkommen.98 Seit 2018 spielen Clemens Salesny, Martin Bayer, Andi Schreiber und Valentin Duit mit Pepls Originalspuren auf der Bühne. „Jetzt wird es wieder live erlebbar. Ich denke, das ist in Europa einzigartig“, sagt Daniel Pepl.99 Das Album „Harry Pepl (tape) & The (Lonely) Single Swinger Band: Live“ erschien 2025 zum 80. Geburtstag und erreichte beim Österreichischen Jazzpreis 2025 in der Kategorie bestes Jazzalbum des Jahres den zweiten Platz (Projekte).100 Nach dem Konzert im Grazer Stockwerk im Dezember 2025 schrieb die Kronen Zeitung: „Aus Archivmaterial entstehen die Schemen eines Lebenden.“ Die Kleine Zeitung hörte „ein überraschend lebendiges, hochmusikalisches Ergebnis“.101 Ö1 widmete ihm zum 70. und zum 80. Geburtstag je eine Jazznacht.102 2019 und 2020 veröffentlichte Fullmax Recordings außerdem Aufnahmen aus dem Nachlass und Neuausgaben, darunter „Consequence“ und „N.Y.C. Impressure“.103 2024 schloss Stefan Heckel an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien seine Dissertation „Instant Composing“ über Pepls Spätwerk ab.104

Farbfoto: vier Männer stehen in einem Dachboden mit alten Holzbalken und Ziegelwänden, dunkle Kleidung, ernste Haltung, Streiflicht von links.
Die Band im Dachboden, Gruppenbild, 2018Foto: Maria Frodl

Harry Pepl (tape) & The (Lonely) Single Swinger Band, Kurzdokumentation

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Von Clemens Salesny und Martin Bayer, mit Wolfgang Puschnig und Daniel Pepl, englische Untertitel. YouTube-Kanal Martin Bayer.

Ein großer Teil der Heimstudio-Aufnahmen ist noch nicht gesichtet. Wie der Nachlass erschlossen wird und wer Zugang bekommt, beschreibt die Seite Archiv; die einzelnen Stationen stehen in der Chronik. Die zitierten Zeitungsartikel, Nachrufe und Programmhefte sind im Pressearchiv verzeichnet.

Der Harry-Pepl-Preis

Zwischen 2006 und 2015 vergab der Grazer Veranstalter gamsbART den Harry-Pepl-Preis fünfmal im Rahmen des Austrian Soundcheck in Graz, anfangs als Stipendium der Stadt Graz für Musiker:innen unter 30.105 Mehrere Preisträger:innen blieben Pepls Musik verbunden: Schiftner und Salesny spielten schon 2004 beim Salzburger Jazzherbst live zu seinen Einspielungen, Salesny leitet heute die Live-Formation Harry Pepl (tape) & The (Lonely) Single Swinger Band, und Heckel schrieb 2024 seine Dissertation über Pepls Spätwerk.

Eine spätere Vergabe ist nicht belegt.111

Anmerkungen und Quellen (111)
  1. Harry Pepl im Gespräch mit Nikolaus Kohler, 2005, zitiert in Kohler 2006, S. 150; frühere Website harrypepl.com. ↩
  2. Wochenpresse Nr. 49, 09.12.1988, S. 55 (Wolfgang Kralicek, „Saitensprünge“); neue musikzeitung nach ORF, Dezember 2005 („Jazz-Gitarrist Harry Pepl gestorben“). Taufname Harald (Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18, Otmar Klammer, „Feldzug mit der Gitarre“; Heckel 2024, S. 10). Die Frankfurter Allgemeine Zeitung nannte im Nachruf vom 08.12.2005 abweichend 1944 als Geburtsjahr. ↩
  3. Concerto 2/1998 (Martin Schuster, Interview „Man könnte Klavierspielen müssen“); Musikergilde, 19.12.2005 (Peter Paul Skrepek, „Harry Pepl, ein Nachruf“); Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18; Kohler 2006, S. 22 und 24 f. ↩
  4. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18; frühere Website harrypepl.com; Kohler 2006, S. 22 f. ↩
  5. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18; Kohler 2006, S. 23. ↩
  6. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18. Kohler 2006 (S. 23) nennt 15 Jahre. ↩
  7. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18; Musikergilde, 19.12.2005; frühere Website harrypepl.com; Kohler 2006, S. 24 f.; Heckel 2024, S. 66 und 69. ↩
  8. Concerto 2/1998; Die Presse, Dezember 2005, S. 34 („Er musste spielen“). ↩
  9. Musikergilde, 19.12.2005; Die Presse, Dezember 2005, S. 34, und die Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18, nennen außerdem Konservatorium und Musikakademie in Wien, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2005, S. 39, die Musikakademie. Zur Aufnahmeprüfung Kohler 2006, S. 24. ↩
  10. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18; Singles „Susi-Twist / Tabu“ (Rex Roval 35-6080, 1962, Discogs) und „Skinny Minny / Olymp“ (Rex Royal 35-6105, 1964); Kohler 2006, S. 26 f. ↩
  11. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18; Kohler 2006, S. 27. ↩
  12. Kurier, 03.11.1998, S. 10; Musikergilde, 19.12.2005 (Peter Paul Skrepek erlebte ihn 1974 als ersten Gitarristen der ORF Big Band); Kohler 2006, S. 28. ↩
  13. Wochenpresse Nr. 49, 09.12.1988, S. 55. ↩
  14. Der Standard, 06.12.2005, S. 25 (Ljubiša Tošić, Nachruf), und Die Presse, Dezember 2005, S. 34 (Erich Kleinschuster); frühere Website harrypepl.com (Harald Neuwirth); Kohler 2006, S. 29 bis 35. ↩
  15. Kohler 2006, S. 30. Lee Konitz nennen auch die Nachrufe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Presse. ↩
  16. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2005, S. 39; neue musikzeitung nach ORF, Dezember 2005. ↩
  17. JazzEcho, 07.12.2005 („Ade Harry Pepl!“); Kohler 2006, S. 35 f. und 70 f. Den Beginn des Duos datieren die Quellen unterschiedlich: Kohler 1975/76, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das JazzEcho 1977. ↩
  18. Zitiert in Jazz thing, 08.12.2005 („Gestorben: Harry Pepl“). ↩
  19. Der Standard, 06.12.2005, S. 25. ↩
  20. Linernotes zur LP „Runo Ericksson's Omnibus“ (Four Leaf Records), zitiert bei Kohler 2006, S. 49. ↩
  21. Rückseite der LP „Gegenwind“ (Mood Records, Stuttgart, Bestell-Nr. 23999); Kohler 2006, S. 70 f. und 74. Als Erscheinungsjahr nennen die Quellen 1979 und 1980. ↩
  22. Wochenpresse Nr. 49, 09.12.1988, S. 54 f.; Kohler 2006, S. 76 bis 78. Datum und Ort laut Datenbank des Montreux Jazz Festival. ↩
  23. Concerto 2/2009, S. 44 (Thomas Hein, „Jazzzwio, ein markanter Name, bis heute“); Kurier, 18.01.2009, S. 38; Kronen Zeitung, 20.03.2009, S. 36. ↩
  24. LP „Austria Drei“ (EGO Records, 1979); Kohler 2006, S. 41 bis 44. ↩
  25. JazzEcho, 07.12.2005 (Vienna Art Orchestra); Kohler 2006, S. 45 bis 50 und 63 bis 70. ↩
  26. Kohler 2006, S. 78 bis 82. ↩
  27. Jazzlive Nr. 1, Juli 1983, S. 7 („Erster Blick über die Mauer“), zitiert bei Kohler 2006, S. 82. ↩
  28. Kohler 2006, S. 79 (Vierteljahresliste). Von zwei Preisen der deutschen Schallplattenkritik sprechen das Programmheft der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien vom 06.05.1993 und der Kurier, 03.11.1998, S. 10. ↩
  29. New York Times, 18.05.1985 (nach Zlabinger 2013); LP „Naissus Jazz 85“ (Diskos, 1986); Kohler 2006, S. 85 bis 90; Heckel 2024, S. 84. ↩
  30. Jack DeJohnette, Statement für Ö1 zum 75. Geburtstag von Harry Pepl, September 2020 (Archiv Daniel Pepl); Ö1, „Der unvergessene Jazzgitarrist Harry Pepl“, 25.09.2020. ↩
  31. Der Standard, 06.12.2005, S. 25; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2005, S. 39; Concerto 2/1998; Kohler 2006, S. 50 bis 54; Angaben aus dem Nachlass. ↩
  32. Angaben aus dem Nachlass (René Kollo Show); Die Steirische, 08.09.1988, S. 12 (Heimo Steps, „Vitaler Klangmaler“); YouTube, „Benny Goodman At The Tivoli Gardens, Copenhagen Denmark 1981“ (Kanal 1964Mbrooks); Porgy & Bess, Programmtext zu „A Tribute to Harry Pepl“, 06.12.2006; Kohler 2006, S. 55 bis 60. Der Programmtext datiert das Kopenhagener Konzert auf 1980. ↩
  33. Kohler 2006, S. 61 bis 63. ↩
  34. Foto mit handschriftlicher Widmung im Nachlass; Kohler 2006, S. 62 f. ↩
  35. Kohler 2006, S. 90. ↩
  36. JazzEcho, 07.12.2005; Kohler 2006, S. 90 f. und 94. ↩
  37. Kohler 2006, S. 95; Heckel 2024, S. 219. ↩
  38. Jazzzeitung 2006, S. 6 (Rainer Rygalyk, „Ciao Habanero“). ↩
  39. Kohler 2006, S. 98 f. ↩
  40. Infoblatt „Infos Harry PEPL“ (um 1996), S. 2 f.; Kohler 2006, S. 103 bis 111. ↩
  41. Zitiert in der Kleinen Zeitung, 10.01.1988, S. 18, in Die Steirische, 08.09.1988, S. 12, in den Programmheften der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien vom 27.02.1990 und 06.05.1993 und im Kurier, 03.11.1998, S. 10. ↩
  42. Wochenpresse Nr. 49, 09.12.1988, S. 54 f.; Kohler 2006, S. 101 f. Als Erscheinungsjahr nennen Kohler 1988, Heckel 2024 (S. 191) 1987. ↩
  43. Wochenpresse Nr. 49, 09.12.1988, S. 54 f.; Heckel 2024, S. 90 bis 92; Kohler 2006, S. 113. ↩
  44. Die Steirische, 08.09.1988, S. 12; Heckel 2024, S. 91; Kohler 2006, S. 113 f. ↩
  45. ECM Records, Presseinformation zu „Cracked Mirrors“ (1988), S. 1; Pressespiegel zu „Cracked Mirrors“ (1988), ebenso zitiert im Programmheft der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien vom 16.03.1989. ↩
  46. Robert Urman, „Glanzvolle Dreieinigkeit“, Tageszeitung (Titel nicht erhalten), 22.04.1988. ↩
  47. Wochenpresse Nr. 49, 09.12.1988, S. 55; Stuttgarter Zeitung, 15.12.1988 („Jazz im Zauberspiegel“); Eßlinger Zeitung, 17.12.1988 (Christa Wörner, „Perkussives“); Heckel 2024, S. 95. ↩
  48. Wochenpresse Nr. 49, 09.12.1988, S. 54 (Untertitel). ↩
  49. Daniel Pepl, mündlich, 15.10.2026. ↩
  50. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18; Die Steirische, 08.09.1988, S. 12 (Scofield, zitiert von Heimo Steps); Porgy & Bess, Programmtext, 06.12.2006; Kohler 2006, S. 87, und Heckel 2024, S. 58 bis 60 (Metheny, Frisell). ↩
  51. Programmheft der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 27.02.1990; Heckel 2024, S. 61 bis 63. ↩
  52. Harry Pepl in: Bernhard Günther (Hg.), Lexikon zeitgenössischer Musik aus Österreich, Wien: music information center austria 1997, S. 824 f.; mica, Harry Pepl; Kohler 2006, S. 135. ↩
  53. Programmhefte der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 16.03.1989 und 27.02.1990; Heckel 2024, S. 215 f. ↩
  54. Programmheft der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 27.02.1990; Heckel 2024, S. 87. ↩
  55. Infoblatt „Infos Harry PEPL“ (um 1996), S. 3; Kohler 2006, S. 120. ↩
  56. Infoblatt „Infos Harry PEPL“ (um 1996), S. 3; Der Standard, 06.12.2005, S. 25; Heckel 2024, S. 80, 87 f. und 228 f. Die frühere Website und Heimo Steps (GamsbART-Post 5/2006) nennen 1990. ↩
  57. Neue Kronen-Zeitung, 28.07.1994, S. 22 (Bernd Schmidt, „Rastloser Grenzgänger“); Kohler 2006, S. 120; Heckel 2024, S. 137 bis 149. ↩
  58. Programmheft der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 06.05.1993; Kurier, 09.05.1993, S. 22 (Werner Schuster); Zitat Pepl: Kohler 2006, S. 122. ↩
  59. Tschin Bumm, Februar 1990, S. 52 („Harry Pepl im Studio: Das Bösendorfer-Projekt“); Heckel 2024, S. 103 bis 113 und 119; Kohler 2006, S. 115 bis 119. ↩
  60. Andreas Felber, „Harry Pepl. Die Überzeitlichkeit des Augenblicks“, Liner Notes zur CD-Ausgabe 2004, zitiert bei Heckel 2024, S. 119. ↩
  61. Brief der Knitting Factory (Michael Dorf) vom 02.04.1992; Jazzlive Nr. 99/1992, S. 8 (Hannes Schweiger, „Soundknitting“); Kohler 2006, S. 124 f. ↩
  62. Salzburger Nachrichten, Mai 1994 (Kurzkritik); Salzburger Nachrichten, 24.12.1994, S. 7 (Wolfgang Lamprecht); Der Standard, 27.05.1994 (Ljubiša Tošić, „Der Groove-Professor gibt sich recht unberechenbar“); Neue Kronen-Zeitung, 28.07.1994, S. 22. ↩
  63. Kulturpreis des Landes Niederösterreich: 1991 Anerkennungspreis, 1998 Würdigungspreis für Musik (Preisträgerdatenbank des Landes); Kurier, 03.11.1998, S. 10. ↩
  64. Kurier, 03.11.1998, S. 10 („Auszeichnung für den musikalischen Jazz-Grenzgänger Harry Pepl“). ↩
  65. Kohler 2006, S. 29; Heckel 2024, S. 69. ↩
  66. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2005, S. 39; JazzEcho, 07.12.2005; neue musikzeitung nach ORF, Dezember 2005 (ordentlicher Professor von 1984 bis 1995). ↩
  67. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18 (Vorspann). ↩
  68. Kohler 2006, S. 139. ↩
  69. Kurier, 03.11.1998, S. 10. ↩
  70. Heckel 2024, S. 230 f. ↩
  71. Steirerkrone, 20.05.1982 (Ronnie Herbolzheimer, „Star mit Witz: Larry Coryell“). ↩
  72. Musikergilde, 19.12.2005; JazzEcho, 07.12.2005; Passauer Neue Presse, 27.10.2017, S. 21; Heckel 2024, S. 65, 80 und 244. ↩
  73. George Varga, Interview mit Wolfgang Muthspiel, The San Diego Union-Tribune, 28.01.2022. ↩
  74. Daniel Pepl, mündlich, 15.10.2026; Andy Manndorff im Interview mit dem mica, zitiert im APA-Nachruf, Salzburger Nachrichten, 11.09.2017. ↩
  75. Wiener Meisterkurse (European Music Institute Vienna), Faculty since 1975; das Jahr seines Kurses ist nicht belegt. ↩
  76. JazzEcho, 07.12.2005. ↩
  77. neue musikzeitung nach ORF, Dezember 2005; Musikergilde, 19.12.2005. ↩
  78. GamsbART-Post 5/2006; Die Steirische, 08.09.1988, S. 12. ↩
  79. Kurier, 03.11.1998, S. 10. ↩
  80. Concerto 2/2009, S. 44; Kohler 2006, S. 1 und 67; Heckel 2024, S. 154. ↩
  81. Neue Kronen-Zeitung, 28.07.1994, S. 22. ↩
  82. Kohler 2006, S. 128 bis 133; Heckel 2024, S. 152. ↩
  83. Concerto 2/1998. ↩
  84. Booklet „Consequence“ (1995), zitiert bei Kohler 2006, S. 129. ↩
  85. Heckel 2024, S. 154 und 259 f.; Kohler 2006, S. 133. ↩
  86. Kohler 2006, S. 133. ↩
  87. Concerto 2/2009, S. 44; Heckel 2024, S. 154 und 158 f. ↩
  88. Jazzzeitung 2006, S. 6; Heckel 2024, S. 154 bis 156. ↩
  89. Musikergilde, 19.12.2005; Der Standard, 06.12.2005, S. 25; Die Presse, Dezember 2005, S. 34. ↩
  90. Der Standard, 06.12.2005, S. 25; JazzEcho, 07.12.2005; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2005, S. 39 („Schnelle Finger“); neue musikzeitung nach ORF, Dezember 2005; Die Presse, Dezember 2005, S. 34. ↩
  91. Kohler 2006, Vorwort. ↩
  92. GamsbART-Post 5/2006 (Otmar Klammer, „Harry Pepl: Wege & Visionen“); Kleine Zeitung online, 17.11.2006 (Michael Tschida, „Harry Pepl: Œuvre eines Kreativen“); mica music austria. ↩
  93. Porgy & Bess, Programmtext zum 06.12.2006. ↩
  94. Deutschlandfunk, Nachtradio, „Milestones: Harry Pepl“, 13.03.2007. ↩
  95. Thomas Zlabinger, Free from Jazz, Dissertation CUNY 2013; frühere Website harrypepl.com. ↩
  96. GLM Fine Music, „Songs From The Treehouse“ (FM 434), 2025: Titel 7 „Air, Love & Vitamines“. ↩
  97. Kresten Osgood, „Live At H15 Studio“ (ILK, 2024), Bandcamp; JazzDanmark, Danish Music Awards Jazz 2024, Store VEGA, Kopenhagen, 10.12.2024. ↩
  98. Heckel 2024, S. 156 und 163 bis 170. ↩
  99. Pressetext Fullmax Recordings zum Album „Live“ (2025), S. 1; Heckel 2024, S. 168 bis 170. ↩
  100. ORF Kärnten, November 2025; Ö1, „On stage Spezial“, 26.11.2025; fullmax.at, 26.11.2025. ↩
  101. Kronen Zeitung, 18.12.2025, S. 42 (F. Jureček, „Die Schemen eines Lebenden“); Kleine Zeitung, 18.12.2025, S. 51 (Robert Tendl, „Im Spiel mit der Wiener Gitarristenlegende“). ↩
  102. Ö1, „Die Ö1 Jazznacht“, 19.09.2015 und 06.09.2025 (Christian Bakonyi). ↩
  103. Katalog Fullmax Recordings. ↩
  104. Heckel 2024, S. 1 und 203. ↩
  105. GamsbART-Post 5/2006; Kleine Zeitung online, 17.11.2006; Ö1, „Schon gehört?“, 21.11.2013 (Sendungsseite). ↩
  106. mica music austria, Musikdatenbank: Wolfgang Schiftner. ↩
  107. Kunstuniversität Graz, Mitteilungsblatt 5, 03.12.2008: verliehen am 17. November 2008, Stipendium über 4.000 Euro mit einer Auseinandersetzung mit Pepls Schaffen, deren Ergebnis 2009 präsentiert werden sollte; Website Daniel Riegler, Biografie; mica music austria, 17.09.2010; Kleine Zeitung, 16.11.2008, S. 109. ↩
  108. mica music austria, Musikdatenbank: Stefan Heckel. ↩
  109. Ö1, „Schon gehört?“, 21.11.2013; mica music austria, 25.11.2013. ↩
  110. Falter 47/2015, 18.11.2015; NÖN, 24.12.2015. Falbs Biografie, mica und Wikipedia nennen 2016. ↩
  111. Stefan Heckel datiert die Reihe in seiner Dissertation bis 2015 (Heckel 2024, S. 71). ↩

Stand: 15.10.2026 · Ergänzung oder Korrektur melden

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Probe in Berlin: Benny Goodman mit Klarinette im Vordergrund, dahinter Bass und Schlagzeug, rechts Harry Pepl mit Gitarre, den Blick auf Goodman gerichtet.
Probe mit Benny Goodman, Berlin, 1980Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz
Auf der Bühne unter dem Banner „Jazz in Neuwied“: Harry Pepl an der Gitarre, Jack DeJohnette am Schlagzeug und Werner Pirchner am Vibrafon.
Jazz in Neuwied, Juni 1982Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz
Konzert beim steirischen herbst in New York am 15. Mai 1985: links Harry Pepl an der Gitarre, in der Mitte am Schlagzeug, laut Programm des steirischen herbst, Don Moye, rechts Werner Pirchner am Vibrafon.
Jazzzwio im Ohio Theatre, New York, 1985Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz
Harry Pepl sitzend mit der Archtop-Gitarre auf der Bühne des Jazzfestivals Amiens, Frankreich, im Mai 1987, im Profil, der Blick geht zum Notenpult.
Harry Pepl in Amiens 1987Foto: Frank Lantiez
Harry Pepl lächelnd mit der Archtop-Gitarre auf der Bühne des Jazzfestivals Amiens, Frankreich, im Mai 1987.
Harry Pepl in Amiens 1987Foto: Frank Lantiez
Harry Pepl singt beim Spielen mit, Archtop-Gitarre und Notenpult, Jazzfestival Amiens, Frankreich, Mai 1987.
Harry Pepl in Amiens 1987Foto: Frank Lantiez

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