Was im Nachlass liegt
Ein Schatz, der noch gehoben werden will. Der weitaus größte Teil des Nachlasses ist noch nicht einmal gesichtet. In Hernstein lagern Tonbänder, Kompaktkassetten, DAT- und ADAT-Bänder, selbst gebrannte CDs aus dem CD-Recorder, Minidiscs, Festplatten mit Harddisk-Aufnahmen und Disketten mit den Sequenzer-Dateien (.SON) seines Atari-Computers, dazu Notenblätter, Skizzen und ausgedruckte Partituren.1 Pepl hielt seine Musik mit den Geräten der jeweiligen Zeit fest, vom Atari ST1040, der MIDI-Daten als Noten ausgeben konnte, über das digitale Mehrspursystem ADAT bis zum Harddisk-Recording.2 Schon in den aktiven Jahren schnitt er laufend Konzerte und Übungsbänder mit; als er nicht mehr auftrat, spielte er im Studio in Hernstein bis zu seinem Tod fast jeden Tag mehrere Stunden und nahm dabei auf, nach Daniel Pepl „kiloweise“.34 Dazu kommen Aufnahmen bei Rundfunkanstalten: Im Archiv des ORF müsste es nach Pepls eigenen Worten „tausende Aufnahmen geben“.5 Digital erschlossen sind bisher rund 31 Stunden Musik, ein Bruchteil dessen, was die Originalträger enthalten dürften.
Tonarchiv. Das älteste Tondokument ist eine Single der Austrian Evergreens von 1960. Konzertmitschnitte reichen bis 1973 zurück: Am 12. März 1973 nahm Ö3 im Amerikahaus Wien eine Sendung mit Erich Kleinschuster auf, am 5. März 1974 folgte dort eine ORF-Session. Aus den 1980er Jahren liegen unter anderem Mitschnitte des Jazzzwio aus Montreux (1981), Langenthal (1981) und Innsbruck (1984), von Air Mail in der Wiener Jazzspelunke (1985) und ein Kassettenmitschnitt des Komponistenporträts im Musikverein (1990) vor, dazu Demobänder wie „Kling Klang“ vom Mai 1982 und ein Interview vom Juni 1986.6
Studio- und Heimstudio-Aufnahmen. Neben den Masters der zu Lebzeiten erschienenen Alben liegen die Aufnahmen aus Pepls Studio in Hernstein, Niederösterreich, in dem er ab Mitte der 1990er Jahre täglich spielte und aufnahm. Er speicherte sie auf CD, ADAT, Minidisc und Festplatte, von vielen Stücken existiert nur die Stereosumme, nicht die einzelnen Spuren.7 Aus diesem Bestand stammen die Editionen der Lonely Single Swinger Band (Musik).
Videos. Der wichtigste Bestand sind die Aufzeichnungen des Jazzzwio beim Montreux Jazz Festival 1981, dazu Aufnahmen von „Air, Love & Vitamins“, eine ORF-Sendung aus dem Jahr 1983 und ein Film über das Tape-Konzept der Lonely Single Swinger Band (2020).8
Noten. Rund 20 Leadsheets von Jazzstücken wie „Dinozzo“, „Radlbremser“, „Air, Love & Vitamins“ oder „Halley's Comet Light Blue Blues“, 2020 neu gesetzt, dazu Scans von Manuskripten und Partituren aus dem Real-time Composing, etwa „Grogos“.9 Die Werke verzeichnet das Werkverzeichnis.
Programmhefte, Plakate und Presse. Programmhefte des Wiener Musikvereins von 1989, 1990 und 1993, ein Plakat von 1984, Kritiken, Porträts, Interviews und Nachrufe von 1988 bis 2025. Das Pressearchiv fasst jedes Dokument in eigenen Worten zusammen.10
Fotos. Porträts und Bühnenfotos, Aufnahmen mit Benny Goodman (1980) und mit Jack DeJohnette, Dave Liebman und Mino Cinelu (1987), Fotos vom Bösendorfer-Projekt 1989 sowie Bilder der heutigen Live-Band. Wo Fotograf:in und Jahr bekannt sind, stehen sie unter dem Bild (Fotos).11
Wie der Nachlass erschlossen wird
Was digital vorliegt, wird gesichtet, datiert und mit Belegen in die Verzeichnisse übernommen: Diskografie, Werkverzeichnis, Chronik, Personen, Presse und Literatur. Jeder Tonträger und jedes Werk erhält eine feste Kennung, damit Angaben zitierbar bleiben (Zitieren). Die Originalträger aus dem Heimstudio, darunter Bänder, Kassetten, Datenträger und Disketten aus den Atari-Jahren, sind noch nicht vollständig verzeichnet. Wie viele Stunden Musik sie enthalten, lässt sich erst danach seriös angeben.12 Die Verzeichnisse werden laufend ergänzt; Korrekturen und Hinweise sind willkommen.
Zugang für Forschung, Medien und Lehre
Die Verzeichnisse, die Chronik, die Zusammenfassungen der Presse und die offenen Daten sind frei zugänglich. Wer für Forschung, Berichterstattung, Unterricht oder eine Aufführung mehr braucht, etwa Hörkopien von Mitschnitten, Scans von Noten und Programmen oder Fotos in Druckqualität, kann einen persönlichen Zugang beantragen oder eine Anfrage stellen (Forschung und Archivzugang, Presse). Jede Anfrage wird einzeln geprüft. Bei vielen Aufnahmen und Bildern liegen Rechte auch bei Dritten, etwa beim ORF, bei Labels, Veranstaltern, Mitmusiker:innen und Fotograf:innen; was weitergegeben werden kann, hängt davon ab.
Was nicht öffentlich ist
Korrespondenz, Verträge, Abrechnungen und persönliche Unterlagen der Familie gehören zum Nachlass, werden aber weder veröffentlicht noch zur Einsicht weitergegeben.
Material beitragen
Wer Fotos, Mitschnitte, Programmhefte oder Erinnerungen an Harry Pepl besitzt und sie dem Archiv zur Verfügung stellen möchte, erreicht uns über das Kontaktformular.
Anmerkungen und Quellen (12)
- Angabe Daniel Pepl, 15.10.2026; Inventar des digitalen Bestands (acht Atari-Dateien im Format .SON vom 06.02.1986, Werkzeuge zum Auslesen von Atari-Disketten), Stand Oktober 2026. ↩
- Heckel 2024, S. 62. ↩
- Angabe Daniel Pepl, 15.10.2026. ↩
- Concerto 2/2009, S. 44. ↩
- Kohler 2006, S. 144 (Interview 3-9). ↩
- Inventar des digitalen Bestands, Stand Oktober 2026. ↩
- Heckel 2024, S. 84, 154, 159 und 237; Concerto 2/2009, S. 44. ↩
- Inventar des digitalen Bestands, Stand Oktober 2026; zur ORF-Sendung „Ohne Maulkorb“ (1983) die DVD „Live in Concerts“ (2009). ↩
- Inventar des digitalen Bestands, Stand Oktober 2026. ↩
- Pressearchiv dieser Plattform. ↩
- Inventar des digitalen Bestands, Stand Oktober 2026. ↩
- Hinweise auf die Originalträger: Heckel 2024, S. 84 und 158 f.; Kleine Zeitung, 17.11.2006. ↩



