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Harry Pepl * 1945  † 2005

Pressestimmen zu Benny Goodman

Was über Harry Pepl und Benny Goodman geschrieben und gesendet wurde: Kritiken, Porträts, Interviews und Nachrufe, mit Zusammenfassung und Quelle.

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  1. 5. Februar 2024 · Porträt · EN

    European Jazz Masters Of The Past (Blog): „European Jazz Masters Of The Past #2: Harry Pepl“

    Wulf Müller

    Ausführlicher biografischer Essay des früheren Produzenten von PolyGram Austria und Mitgründers von „Jazz Live“, mit Fotos aus der Familiensammlung. Müller lernte Pepl 1984 bei einem Konzert von Air Mail in Wien kennen. Er beschreibt das Jazzzwio und die Zeit mit Benny Goodman, die Entstehung der „Schönberg Improvations“, mit deren Idee Pepl in sein Büro kam, und die Solo-Klavierplatte „Flow“ von 1996, aufgenommen ohne Korrekturen. Einzelne biografische Angaben, etwa zur Geburt und zum Beginn der Lehre in Graz, weichen von den Belegen ab.

    a very humble, charismatic and private person with a great sense of humour. Someone who was constantly looking for new ideas

    While Harry was building his reputation as one of Europe’s most interesting and unique guitarists

    He swings like hell

    Harry Pepl über Benny Goodman

    Musically, I still find this album exciting, challenging and powerful.

    Harry sat down at the piano, which he never really learned to play, nor practised, and plays, let’s the music flow through him.

    After a few moments I don’t feel time anymore. An emotion of happiness floats through me and the sounds stream on their own

    Harry Pepl

    the most spectacular record of one of the most original guitar players of European Jazz in those years

    Andreas Felber

  2. 12. Dezember 2005 · Nachruf

    NÖN Niederösterreichische Nachrichten (Seite 38, Triestingtal): „Tiefe Trauer um Harry“

    Nachruf der Lokalausgabe Triestingtal am Tag der Beisetzung: Pepl habe den österreichischen Jazz national und international geprägt wie kaum ein anderer und ein Jazzidiom geschaffen, das als europäisch zu bezeichnen sei. Genannt werden Benny Goodman, Dave Holland, Dino Saluzzi, Dave Liebman und Mino Cinelu, das Instant und Real-time Composing sowie Aufbahrung, Seelenmesse und Begräbnis in Hernstein; das Alter gibt die Zeitung irrtümlich mit 61 Jahren an.

    Er prägte und beeinflusste wie kaum ein anderer den österreichischen Jazz national und auch international.

    Harry Pepl prägte ein Jazzidiom, das in seiner kompromißlosen Ausrichtung und Phrasierung in Wellen über einen festen Puls als europäisch zu bezeichnen ist.

    Wesentlich für das Gelingen der Synthese aus Zeitlichem und Überzeitlichem ist nur der erfüllte Augenblick!

    Über Real-time Composing, zitiert im Nachruf der NÖN, der Wochenzeitung Niederösterreichs, Dezember 2005

    Harry Pepl

  3. 7. Dezember 2005 · Nachruf

    Salzburger Nachrichten (Seite 14, Kultur): „Gestorben: Harry Pepl“ (Rubrik „Gestorben“)

    Nachruf in der Rubrik „Gestorben“: Pepl habe längst als einer der eigenständigsten und kreativsten Gitarristen der europäischen Jazzszene gegolten. Genannt werden das Zwio mit Werner Pirchner, Projekte mit Benny Goodman, Jack DeJohnette, Dave Holland und Dave Liebman sowie das Real-time Composing in der Tradition der Zweiten Wiener Schule.

    galt er längst als einer der eigenständigsten und kreativsten Gitarristen der europäischen Jazzszene

    spielte originell und hinterfotzig mit Heimatklischees

    Im „Zwio“ mit Komponist und Vibraphonist Werner Pirchner setzte er sich seit den 70er Jahren über musikalische Konventionen hinweg und spielte originell und hinterfotzig mit Heimatklischees.

  4. 6. Dezember 2005 · Nachruf

    Kleine Zeitung (Seite 55, Kultur): „Auch die 2. Hälfte vom ‚Jazzzwio‘ ist nicht mehr“

    Michael Tschida

    Nachruf, der Pepl als einen „ganz Großen“ der Jazzwelt würdigt: von den ersten Sporen in der ORF Big Band über Auftritte mit Benny Goodman, Dino Saluzzi und Jack DeJohnette bis zum Jazzzwio mit Werner Pirchner, seinem „Bruder im Geiste“. Tschida beschreibt, wie Pepl mit dem Real-time Composing die Gitarrentechnik revolutionierte, und empfiehlt zum Nachhören „Pepl/Pirchner live in Montreux '81“.

    Die Jazzwelt verliert mit dem gebürtigen Wiener einen ganz Großen

    Wir waren beide gleich verrückt und probierten gern komische Sachen aus.

    Über das Jazzzwio, sein Duo mit dem Vibrafonisten Werner Pirchner, das für Witz und Humor auf der Bühne bekannt war

    Harry Pepl

    Ich bin oft sehr lustig und dann wieder sehr traurig. Das hört man wohl auch in meinem Spiel

    Selbstbeschreibung, zitiert im Nachruf der Kleinen Zeitung, Dezember 2005

    Harry Pepl

    Seriöser war das Komische im Jazz nie.

    Über den Humor des Jazzzwio von Pepl und Werner Pirchner

    einen ganz Großen, der als Teenager mit Tanzarrangements begann und in seiner Hochzeit die Gitarrentechnik mit „real time composing“ revolutionierte

  5. 6. Dezember 2005 · Nachruf

    Kurier (Seite 31, Kultur): „Harry Pepl gestorben“ (Rubrik „Überblick“)

    Kurznachruf: Pepl habe sich nach dem Studium an der Musikhochschule Wien rasch in die erste Liga der europäischen Gitarristen gespielt. Seine größte Zeit sieht der Kurier in den 1980er Jahren mit dem Pirchner-Pepl-JazzZwio, das wegen seines vollen Klangs den Ehrentitel „Jazz-Orchester mit zwei Mann“ trug.

    spielte sich rasch in die erste Liga der europäischen Gitarristen empor

  6. 6. Dezember 2005 · Nachruf

    OÖ Nachrichten (Seite 22, Kultur): „Jazzer Harry Pepl gestorben“ (Meldung unter „Harry bleibt vorne“)

    Kurznachruf, der Pepl zu den besten Gitarristen der Gegenwart zählt und an das Wort von Le Monde vom „Giganten der Improvisation“ erinnert. Er hebt hervor, dass Pepl trotz seines internationalen Renommees regionalen oberösterreichischen Jazzfestivals wie Raab treu blieb; als Sterbeort nennt er irrtümlich ein Wiener Spital.

    Er zählte zu den besten Gitarristen der Gegenwart und wurde vielfach als „Gigant der Improvisation“ (u. a. in „Le Monde“) bezeichnet

    Trotz seines internationalen Renommees war er stets auch regionalen oö. Jazzfestivals (etwa Raab) in engagierter Verbundenheit treu geblieben.

  7. 10. Februar 1998 · Interview

    Wiener Zeitung (Seite 4, Rubrik „Jazzignal“): „Echtzeitkompositionen“

    Christian Rösner

    Porträt mit Gespräch zum Klavieralbum „Flow“ (PAO Records). Nach einer Pause aus gesundheitlichen Gründen hat Pepl das Klavier zu seinem Instrument gemacht und sein Real-Time-Composing weiterentwickelt. Er erzählt, er habe sich für die Aufnahme in einen Wiener Konzertsaal gesetzt (der Text nennt den Bösendorfersaal), einen Ton gespielt und sich von der Akustik leiten lassen, und erinnert an ein unvorbereitetes Festivalkonzert mit Jack DeJohnette.

    Den Gitarristen und Komponisten Harry Pepl kann man wohl als eigenständigste und dabei auch als kompromißloseste Jazzstimme Österreichs bezeichnen.

    Mir war wichtig, Musik zu spielen, die wirklich von innen herauskommt und die im Moment passiert

    1998 über das Real-time Composing am Klavier

    Harry Pepl

    ich habe einen Ton gespielt, dann den zweiten, und spätestens beim Dritten hat Jack genau gewußt, wo ich bin, und wir waren zusammen.

    Über ein Festivalkonzert mit Jack DeJohnette ohne gemeinsame Vorbereitung, im Gespräch 1998

    Harry Pepl

    Pepls fließende Echtzeitkompositionen auf „Flow“ sind jedenfalls voller Energie und Ehrlichkeit; im Ausdruck verständlich und vielsagend.

    Musik ist mein Leben, und ich kann nicht nicht spielen

    Im Gespräch mit der Wiener Zeitung, 1998

    Harry Pepl

  8. 26. Juli 1994 · Bericht

    Kronen Zeitung (Seite 18): „Musikalischer Grenzgänger lehrt an ‚NÖ Jazzakademie‘“

    Kürzel „D. S.“

    Vorbericht zur sechsten NÖ Jazzakademie auf Schloss Zeillern (31. Juli bis 6. August 1994), einem Weiterbildungsseminar für angehende Berufsmusiker. Als prominentester Referent wird Pepl vorgestellt, der mit seinem Quartett am Sonntag, 31. Juli, um 21 Uhr das Eröffnungskonzert spielt.

    Gitarrist und Komponist Harry Pepl gilt als musikalischer Grenzgänger und spielte schon mit Jazzgrößen wie Benny Goodman, Dave Holland, Dave Liebman oder Jack de Johnette.

    Der Musiker der Spitzenklasse wird mit seinem Quartett auch das Eröffnungskonzert am 31. Juli ab 21 Uhr spielen.

  9. 15. November 1980 · Sonstiges

    Brief aus Bangkok: „Benny Goodman war nach dem 2. Konzert voll des Lobes“: Brief an Harry Pepl nach den Berliner Goodman-Konzerten

    Kurt A. Müller

    Maschinengeschriebener Brief aus Bangkok an Harry Pepl in Hernstein, eine Woche nach den Konzerten mit Benny Goodman in der Berliner Philharmonie (7. und 8. November 1980). Absender ist laut Familienarchiv Goodmans Manager Kurt A. Müller, der in Bangkok lebende Schweizer Goodman-Freund, der die Konzerte mitorganisierte, die Musiker aus Europa auswählte und die Aufnahmen machte. Er berichtet, Goodman sei nach dem zweiten Konzert voll des Lobes gewesen; bei Pepls Solo zu Beginn des zweiten Konzerts sei Goodman so in Schwung gekommen wie seit Jahren nicht mehr, und das ganze Quintett habe gejammt wie in Goodmans frühen Jahren. Bedauert habe Goodman nur, dass Pepl keine akustische Gitarre spielte. Wortlaut (Anschrift ausgelassen, Schreibweise des Originals): „Herrn Harry Pepl, [Anschrift], 2560 Hernstein, Nieder-Oesterreich. 15. November 1980. Lieber Herr Pepl, Nun sind meine Frau und ich wieder gut in Bangkok eingetroffen und denken noch oft und gerne an die swingenden Tage in Berlin zurueck. Benny Goodman war nach dem 2. Konzert voll des Lobes ueber Sie und Ihre Kollegen. Ich selbst war auch froh, dass alles so gut geklappt hat, denn wer mit Benny Goodman spielt, muss gut sein, ansonsten die Sache ungemuetlich sein kann, da Benny eben ein absoluter Perfektionist ist und viel Perfektion auch von seinen Musikern verlangt. Als Sie mit Ihrem Solo, anfangs des 2. Konzertes loslegten kam Benny so richtig in Schwung, wie ich ihn seit vielen Jahren nicht mehr erlebte, Charly, Peter und Don Haas swingten mit und das ganze Quintet ‚jamte‘ wie dies nur in den fruehen Jahren von Benny Goodman der Fall war. Dies hat er mir auch anschliessend bestaetigt und war in bester Laune. Das Einzige, was er bedauerte war, dass Sie keine natuerliche Gitarre hatten, denn das haette ihm noch besser gefallen, sagte er, doch es war ja auch so gut. Also nochmals vielen Dank fuer ihr gutes Mitwirken, es war wirklich ein Genuss fuer uns alle und das Publikum tobte, wie Sie auf den Bandaufnahmen nochmals feststellen koennen. Die Fotos sind beim Kopieren und ich werde sie ihnen in wenigen Tagen senden. Ich wuerde mich freuen bald von Ihnen etwas zu hoeren, vielleicht schicken Sie mir mal ein Band auf dem Sie swingende Musik machen, ich wuerde dieses dann Benny kopieren, wenn Sie das erlauben. Herzliche Gruesse, auch seitens meiner Frau und alles Gute. Ihr [Unterschrift]“

    Benny Goodman war nach dem 2. Konzert voll des Lobes über Sie und Ihre Kollegen.

    Als Sie mit Ihrem Solo, anfangs des 2. Konzertes loslegten, kam Benny so richtig in Schwung, wie ich ihn seit vielen Jahren nicht mehr erlebte

    Brief von Kurt A. Müller, dem Manager von Benny Goodman, dem „King of Swing“, nach dem zweiten Konzert in der Berliner Philharmonie im November 1980