Donnerstag, 29. Oktober 2026
„Was soll ich mit dem Benny“: Wie Benny Goodman einen Wiener Modernisten für sich gewann
Im November 1980 sollte Benny Goodman beim Kanzlerfest von Helmut Schmidt in der Berliner Philharmonie spielen, mit einer eigens in Europa zusammengestellten Band.

Harry Pepl sagte zunächst ab, Swing war nicht seine Musik: „was soll ich mit dem Benny, ich war eben gerade in ganz anderer Musik drinnen“. Erst sein Vater überredete ihn. Noten gab es keine, ein Programm auch nicht, und zu Beginn des zweiten Konzerts sagte Goodman ohne Absprache ein Gitarrensolo an, daraus wurde „Harry Pepl's Blues“ auf dem Album „Berlin 1980“. Goodmans Manager Kurt A. Müller schrieb eine Woche später, Benny sei dabei „so richtig in Schwung“ gekommen, „wie ich ihn seit vielen Jahren nicht mehr erlebte“. Goodman holte Pepl 1981 nach Rom, zur Filmmusik von „Fantasma d'amore“, und nach Kopenhagen, und schrieb ihm auf ein Probenfoto: „To Harry, a great guitarist, my best, Benny“.