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Harry Pepl * 1945  † 2005
Abfotografierter Farbabzug im Passepartout: fünf Männer stehen hinter einem Flügel, in der Mitte ein älterer Mann mit Klarinette; unten handschriftlich „To Harry, a great guitarist, my best, Benny“.
Gruppenfoto mit Benny Goodman und Widmung an HarryFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Formation · 1980 bis 1981

Benny Goodman Band 1980/81

Berlin, Rom und Kopenhagen

Als für zwei Konzerte von Benny Goodman in der Berliner Philharmonie im November 1980 eine europäische Band zusammengestellt wurde, saß Harry Pepl an der Gitarre. Es folgten 1981 Aufnahmen für die Filmmusik zu „Fantasma d'Amore“ in Rom und ein Fernsehkonzert im Tivoli in Kopenhagen. Goodman widmete ihm ein Foto: „To Harry, a great guitarist, my best, Benny“. Die Konzerte sind auf „Berlin 1980“ und „Farewell“ erschienen.

Harry Pepl Gitarrist der Band

Tonträger Fragen und Antworten

Auf einen Blick

Leitung
Benny Goodman (Klarinette)
Besetzung Berlin
Don Haas (Klavier), Peter „Fifi“ Witte (Bass), Charly Antolini (Schlagzeug)
Konzerte
7. und 8. November 1980, Philharmonie Berlin; September 1981, Tivoli Kopenhagen
Studio
Filmmusik „Fantasma d'Amore“, Rom 1981 (Musik Riz Ortolani)
Gäste in Kopenhagen
Jimmy Maxwell (Trompete), Svend Asmussen (Violine)
Tonträger
Berlin 1980 (TCB Records, 1996), Fantasma d'Amore (CAM, 1992), B.G. World-Wide (TCB, 1993), Farewell (TV Matters, 2003)

Berlin 1980

Anlass war das Kanzlerfest von Helmut Schmidt im Rahmen der Berliner Festspiele. Die Musiker wählte der Schweizer Geschäftsmann Kurt A. Mueller aus, der die Aufnahmen später gemeinsam mit Peter Schmidlin herausbrachte. Pepl sagte zunächst ab, weil Swing nicht seine Musik sei; sein Vater überredete ihn. Nach einer Probe am 6. November spielte die Band am 7. und 8. November 1980 in der Philharmonie: Benny Goodman (Klarinette), Harry Pepl (Gitarre), Don Haas (Klavier), Peter „Fifi“ Witte (Bass) und Charly Antolini (Schlagzeug).1 Auf dem Album ist „Harry Pepl's Blues“ der einzige Titel mit nur einem angegebenen Komponisten: ein erweiterter, offensichtlich spontan improvisierter Blues, für den Goodman Pepls Solo ansagte, ohne dass es abgesprochen war.2 Die Konzerte erschienen 1996 als „Berlin 1980“ bei TCB Records.

Rom und Kopenhagen 1981

In Rom spielte die Band 1981 Jazzfassungen der Filmmusik von Riz Ortolani zu Dino Risis Film „Fantasma d'Amore“ mit Romy Schneider und Marcello Mastroianni ein; Pepl lieh sich dafür in einem Musikgeschäft eine Gibson.3 Im September 1981 folgte im Tivoli in Kopenhagen ein Fernsehkonzert mit den Gästen Jimmy Maxwell (Trompete) und Svend Asmussen (Violine), 2003 als „Farewell“ auf DVD und CD veröffentlicht. Es war Pepls letzte Zusammenarbeit mit Goodman; ein weiteres Konzert in Wien sagte er ab.4

Swing mit kleinem Verstärker

Für Goodman stellte Pepl seinen Klang um: kein Hall, kein Delay, ein kleiner Verstärker, „wie der Großvater von Charlie Christian“. Er lernte dabei, Swing zu spielen, sah aber keine Auswirkung auf sein weiteres Spiel.5 Nach Berlin schickte Goodman ihm ein Foto vom Kanzlerfest mit Widmung; es liegt im Archiv der Familie.6

Anmerkungen und Quellen (6)
  1. Kohler 2006, S. 50 bis 54. ↩
  2. Kohler 2006, S. 54. ↩
  3. Kohler 2006, S. 55 bis 58. ↩
  4. Kohler 2006, S. 58 bis 59, 62 bis 63. ↩
  5. Kohler 2006, S. 61 bis 62 (Interview 2-14). ↩
  6. Kohler 2006, S. 62 bis 63; Foto im Privatarchiv Pepl. ↩

Stimmen

To Harry, a great guitarist, my best, Benny

Benny Goodman Handschriftliche Widmung auf einem Foto vom Kanzlerfest in Berlin 1980, Privatarchiv Pepl; vgl. Kohler 2006, S. 62 f.

Der Benny hat so eine Strahlung gehabt, also wirklich, von der Phrasierung und von allem, das war wirklich urgut

Harry Pepl Über Benny Goodman; Gespräch mit Nikolaus Kohler (Interview 2-10), zitiert in Kohler 2006, S. 60

Irgendwie habe ich gespielt wie der Großvater von Charlie Christian, also noch älter.

Harry Pepl Über das Konzert mit Benny Goodman; Gespräch mit Nikolaus Kohler (Interview 2-14), zitiert in Kohler 2006, S. 61

He swings like hell

Harry Pepl über Benny Goodman Wulf Müller, Blog „European Jazz Masters Of The Past“, 5. Februar 2024

Tonträger

Fragen und Antworten

Wann spielte Harry Pepl mit Benny Goodman?

1980 und 1981: bei zwei Konzerten am 7. und 8. November 1980 in der Berliner Philharmonie, 1981 bei Aufnahmen in Rom und im September 1981 bei einem Fernsehkonzert im Tivoli in Kopenhagen.

Auf welchen Aufnahmen ist Pepl mit Goodman zu hören?

Auf „Berlin 1980“ (TCB Records, 1996), auf der Filmmusik „Fantasma d'Amore“ (CAM, 1992), auf der Zusammenstellung „B.G. World-Wide“ (1993) und auf „Farewell“ aus Kopenhagen (TV Matters, 2003).

Was ist „Harry Pepl's Blues“?

Ein erweiterter, offensichtlich spontan improvisierter Blues aus den Berliner Konzerten 1980. Auf dem Album „Berlin 1980“ ist es der einzige Titel mit Harry Pepl als alleinigem Komponisten; Goodman sagte sein Solo ohne Absprache an.

Was schrieb Benny Goodman an Harry Pepl?

Auf ein Foto vom Kanzlerfest in Berlin schrieb er: „To Harry, a great guitarist, my best, Benny“.

In der Chronik

In der Presse