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Harry Pepl * 1945  † 2005

Auftragswerke · 1993

Artis-Quartett

Uraufführung „Über Kurz oder Lang“ im Musikverein 1993

Das Artis-Quartett, 1980 in Wien, Österreich, gegründet, hat in der Carnegie Hall, der Suntory Hall in Tokio, im Concertgebouw Amsterdam und in der Berliner Philharmonie gespielt und hat seit 1988 einen eigenen Zyklus im Wiener Musikverein (traditionsreicher Konzertsaal der Gesellschaft der Musikfreunde). In diesem Zyklus brachte es am 6. Mai 1993 im Brahmssaal Harry Pepls Streichquartett „Über Kurz oder Lang, Von der Weite und der Enge“ zur Uraufführung, zwischen Beethoven und dem Klavierquintett von Brahms mit Stefan Vladar. In seiner eigenen Liste der Uraufführungen nennt das Quartett Pepl neben Gottfried von Einem und Thomas Larcher.

Harry Pepl Komponist

Fragen und Antworten

Auf einen Blick

Gegründet
1980 in Wien, Österreich
Besetzung 1993
Peter Schuhmayer und Johannes Meissl (Violine), Herbert Kefer (Viola), Othmar Müller (Violoncello)
Werk
„Über Kurz oder Lang, Von der Weite und der Enge“, Streichquartett in drei Teilen, entstanden im Februar 1993
Uraufführung
Donnerstag, 6. Mai 1993, Brahmssaal des Wiener Musikvereins, Wiener Frühlingsfestival
Programm
Beethoven, Quartett op. 18 Nr. 4; Pepl (Uraufführung); Brahms, Klavierquintett mit Stefan Vladar
Rundfunk
ORF-Mitschnitt, gesendet auf Ö1 am 12. Mai 1993

Eines der großen Quartette Wiens

Das Artis-Quartett wurde 1980 gegründet, studierte an der Wiener Musikhochschule bei Hatto Beyerle und Alfred Staar und 1984/85 beim LaSalle Quartet in Cincinnati, USA. Seit 1985 spielt es international, in der Carnegie Hall in New York, im Kennedy Center in Washington, in der Suntory Hall in Tokio, im Concertgebouw Amsterdam, in der Philharmonie und im Konzerthaus Berlin, in der Salle Pleyel in Paris und im Teatro Colón in Buenos Aires. In Wien, wo seine Mitglieder leben, hat es seit 1988 jedes Jahr einen eigenen Zyklus im Musikverein.1 Nach eigenen Angaben hat das Quartett 35 CDs eingespielt, unter anderem für Sony Classical, Orfeo und Nimbus, und wurde mit dem ECHO Klassik, dem Diapason d'Or und dem MIDEM Classical Award 2009 ausgezeichnet. Zu seinen Uraufführungen zählt es Werke von Gottfried von Einem, Helmut Eder, Thomas Larcher, Gerhard E. Winkler und Harry Pepl.1

Die Uraufführung im Brahmssaal

Der Auftrag entstand im Umfeld von Werner Pirchner und den Klangspuren Schwaz, erinnert sich der Geiger Johannes Meissl.2 Pepl hatte das Quartett zuvor mit Beethovens op. 132 erlebt, dem Quartett mit dem „Heiligen Dankgesang“.3 Das Werk in drei Teilen entstand im Februar 1993; Pepl spielte die vier Stimmen am Computer ein, überwiegend mit dem MIDI-Keyboard, einen Satz Spur für Spur mit der MIDI-Gitarre.3 Am Donnerstag, 6. Mai 1993, erklang „Über Kurz oder Lang, Von der Weite und der Enge“ im Brahmssaal des Musikvereins zum ersten Mal, beim Wiener Frühlingsfestival, zwischen Beethovens Quartett op. 18 Nr. 4 und Brahms' Klavierquintett mit Stefan Vladar. Das Programmheft zitierte eine Kritik, nach der man „von Pepl nur das Unerwartete erwarten“ dürfe; Ö1 (Kulturradio des ORF) sendete das Konzert am 12. Mai.4 Während einer leisen Stelle setzte ein Gewitter ein, Pepl beschrieb das Rauschen des Regens als unglaubliche Stimmung.5 Werner Schuster lobte im Kurier das Quartett und fand das Werk zu schade für seinen Platz zwischen den großen Stücken: „sein zögernd immer wieder ansetzendes, fragiles, Trauer vermittelndes Werk ist als Sandwich-Einlage zu schade“.6

Partitur und Probe

Die Partitur entstand aus der Notator-Datei auf dem Atari, Georg Pepl gab sie heraus. In den Proben sang Pepl Passagen vor und zeigte sie mit Gesten, für den Bratscher Herbert Kefer eine wertvolle Ergänzung zur Partitur.7 Meissl, der Pepl auch live gehört hatte, zeigte sich von seinem Spiel sehr beeindruckt.2 Die Satzbezeichnungen tragen Pepls Witz, ein Abschnitt des dritten Teils heißt „Die mit dem Bogen tanzen“, nach dem Film „Der mit dem Wolf tanzt“.8 Stefan Heckel widmet dem Werk in seiner Dissertation ein eigenes Kapitel mit Analyse und druckt die Gesamtpartitur ab.9

Anmerkungen und Quellen (9)
  1. Artis-Quartett, „Artis-Quartet of Vienna“, Biografie (englisch), Stand um 2016 (PDF). ↩
  2. Heckel 2024, S. 121, 249 (Interview mit Johannes Meissl, 04.01.2021). ↩
  3. Heckel 2024, S. 120, 122, 127 (nach Georg Pepl). ↩
  4. Programmheft der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Brahms-Saal, Wiener Frühlingsfestival 1993, Artis-Quartett, 3. Konzert, 06.05.1993. ↩
  5. Kohler 2006, S. 122; Heckel 2024, S. 128. ↩
  6. Werner Schuster, „Pepl-Uraufführung beim Artis-Quartett-Zyklus“, Kurier, 09.05.1993, S. 22. ↩
  7. Heckel 2024, S. 47, 123 bis 126 (Interview mit Herbert Kefer, 07.01.2015). ↩
  8. Heckel 2024, S. 127 f. ↩
  9. Heckel 2024, S. 120 bis 136, 283. ↩

Stimmen

darf man von Pepl nur das Unerwartete erwarten

Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Programmheft Brahms-Saal (Wiener Frühlingsfestival 1993, Artis-Quartett, 3. Konzert), 6. Mai 1993, S. PDF-Seite 9 (zitierte Kritik)

sein zögernd immer wieder ansetzendes, fragiles, Trauer vermittelndes Werk ist als Sandwich-Einlage zu schade

Kurier (Seite 22), 9. Mai 1993, S. 22

Fragen und Antworten

Welches Werk schrieb Harry Pepl für das Artis-Quartett?

Das Streichquartett „Über Kurz oder Lang, Von der Weite und der Enge“ in drei Teilen, entstanden im Februar 1993. Pepl spielte die Stimmen am Computer ein, überwiegend mit dem MIDI-Keyboard, einen Satz mit der MIDI-Gitarre; daraus entstand die Partitur.

Wann und wo war die Uraufführung?

Am Donnerstag, 6. Mai 1993, im Brahmssaal des Wiener Musikvereins, beim Wiener Frühlingsfestival im Zyklus des Artis-Quartetts. Auf dem Programm standen außerdem Beethovens Quartett op. 18 Nr. 4 und Brahms' Klavierquintett mit Stefan Vladar; Ö1 (Kulturradio des ORF) sendete das Konzert am 12. Mai 1993.

Wer ist das Artis-Quartett?

Ein Wiener Streichquartett, 1980 gegründet, mit einer internationalen Laufbahn von der Carnegie Hall in New York bis zur Suntory Hall in Tokio und seit 1988 mit einem eigenen Zyklus im Wiener Musikverein (traditionsreicher Konzertsaal der Gesellschaft der Musikfreunde). Nach eigenen Angaben hat es 35 CDs eingespielt und zahlreiche Werke zeitgenössischer Komponisten uraufgeführt, darunter von Gottfried von Einem, Thomas Larcher und Harry Pepl.

Wie reagierte die Kritik?

Werner Schuster lobte im Kurier das Artis-Quartett und fand Pepls „zögernd immer wieder ansetzendes, fragiles, Trauer vermittelndes Werk“ zu schade als Einlage zwischen Beethoven und Brahms.

In der Chronik

In der Presse