Zum Inhalt
Harry Pepl * 1945  † 2005

Wie ein Stück von Harry Pepl zum Standard des österreichischen Jazz wurde

Air, Love & Vitamins

„Air, Love & Vitamins“ ist Harry Pepls bekannteste Komposition und einer der wenigen Jazz-Standards aus Österreich. Seit der ersten Aufnahme 1983 bei ECM spielen es Musikerinnen und Musiker von Wien bis Paris, von Graz bis Tokio, auf Platten, bei Wettbewerben und in Clubs.

Ein Standard aus Österreich

„Wenn es Klassiker des österreichischen Jazz gibt, hier ist einer!“, schrieb die Kronen Zeitung (österreichische Tageszeitung) 2009 über die Konzertaufnahmen des Jazzzwio.1 Gemeint war vor allem dieses Stück. „Air, Love & Vitamins“ hat, was einen Standard ausmacht: eine Melodie, die man nach einmal Hören mitsingen kann, eine Harmonik, die zum Improvisieren einlädt, und eine Form, die in jeder Besetzung trägt, im Duo von Gitarre und Vibraphon ebenso wie im Klaviertrio, mit Posaune, Geige oder E-Bass.

Wie das Stück entstand

Harry Pepl schrieb „Air, Love & Vitamins“ Anfang der 1980er Jahre. Der Titel sollte, mit einer Prise Selbstironie, etwas Grundpositives ausdrücken: Luft, Liebe und noch etwas, eben auch Vitamine. Im Freundeskreis kündigte Pepl das Stück zunächst humorvoll als „angeschissenen Wandersmann“ an.2 Ihm selbst lag es besonders am Herzen: „Das ist ein ganz liebes Lied mit einer lieben, einfachen Melodie, die eigentlich einen Gesang oder ein Saxofon verlangt, etwas das mit langen Tönen daherkommt.“3

Die erste Aufnahme: ECM, 1983

Im Juni 1982 nahm das Jazzzwio, Pepls Duo mit dem Vibraphonisten Werner Pirchner, für ECM (Münchner Jazzlabel von Manfred Eicher) auf, erweitert um den amerikanischen Schlagzeuger Jack DeJohnette. Das Album „Werner Pirchner / Harry Pepl / Jack DeJohnette“ erschien 1983 und erhielt den Preis der deutschen Schallplattenkritik.4 Mit ihm wurde „Air, Love & Vitamins“ über Österreich hinaus bekannt.

Harry Pepl spielt sein Stück

Pepl hat das Stück immer wieder neu gespielt. Im selben Jahr wie die ECM-Platte entstand für den ORF (österreichischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk) dieser Mitschnitt des Jazzzwio:

Jazzzwio: „Air, Love & Vitamins“, ORF 1983

Zum Abspielen wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an YouTube (Google) übertragen.

Auf YouTube ansehen

Harry Pepl und Werner Pirchner in der Szene Wien. YouTube-Kanal Fullmax Recordings.

Weitere Fassungen mit Pepl sind auf Tonträgern erhalten: das Jazzzwio 1985 im Wiener Club Miles Smiles mit Georg Polansky am Schlagzeug („Live At Miles Smiles“, 2003), Pepls Band Air Mail 1988 im ORF-Studio Graz („Light Blues“, Neuauflage 2001) und das Jazzzwio in Montreux und Innsbruck („Live In Concerts“, 2009).

Interpretationen auf Tonträgern

Auf der Bühne und im Netz

Wie weit das Stück gereist ist, zeigen die Fassungen anderer Musikerinnen und Musiker, die im Netz zu finden sind.

Christian Muthspiel Trio: „Air, Love & Vitamins“

Zum Abspielen wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an YouTube (Google) übertragen.

Auf YouTube ansehen

Christian Muthspiel (Posaune), Franck Tortiller (Vibraphon), Georg Breinschmid (Bass). YouTube.

Franck Tortiller und Misja Fitzgerald-Michel: „Air, Love and Vitamins“

Zum Abspielen wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an YouTube (Google) übertragen.

Auf YouTube ansehen

Duo aus dem Album „Les Heures Propices“, 2020. YouTube-Kanal Franck Tortiller.

Klemens Bittmann beim Zbigniew-Seifert-Wettbewerb 2014

Zum Abspielen wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an YouTube (Google) übertragen.

Auf YouTube ansehen

Der österreichische Geiger beim internationalen Wettbewerb für Jazzvioline im Penderecki-Zentrum in Lusławice, Polen, mit dem Paweł Kaczmarczyk Audiofeeling Trio. YouTube-Kanal Seifert Jazz Music.

Robert Riegler und Primus Sitter, Porgy & Bess, Wien, 2012

Zum Abspielen wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an YouTube (Google) übertragen.

Auf YouTube ansehen

Riegler, Bassist bei Air Mail, und Sitter setzen die Duo-Tradition von Pepl und Pirchner fort, mit Klaus Dickbauer und Luis Ribeiro. YouTube.

Bass-Cover aus Japan

Zum Abspielen wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an YouTube (Google) übertragen.

Auf YouTube ansehen

Nach der Fassung von Muthspiel, Johnson und Blade. YouTube-Kanal hamm49, 2020.

Pizsebpaulo: „Air, Love & Vitamins“

Zum Abspielen wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an YouTube (Google) übertragen.

Auf YouTube ansehen

Paul Zlattinger (Violine) und Sebastian Weiss (Gitarre), 2020. YouTube.

Philipp Tröstl: „Air, Love & Vitamins“

Zum Abspielen wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an YouTube (Google) übertragen.

Auf YouTube ansehen

„Meine tiefe Verbeugung vor Werner Pirchner und Harry Pepl“, 2020. YouTube.

Jazz Martyrs: „Air, Love & Vitamins“

Zum Abspielen wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an YouTube (Google) übertragen.

Auf YouTube ansehen

Probenaufnahme, 2012. YouTube.

Bump Trio: „Air, Love & Vitamins“

Zum Abspielen wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an YouTube (Google) übertragen.

Auf YouTube ansehen

Live im Zoo, 2017. YouTube.

Rob Spieler: „Air, Love and Vitamins“

Zum Abspielen wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an YouTube (Google) übertragen.

Auf YouTube ansehen

2010. YouTube.

Für Musikerinnen und Musiker

Das Leadsheet stellen wir für Konzerte, Unterricht und Aufnahmen gern zur Verfügung. Wer das Stück spielt oder aufnimmt, meldet es bitte bei der AKM (österreichische Verwertungsgesellschaft für Komponist:innen, Textautor:innen und Musikverlage) unter der Werknummer 947102, ISWC T-001.036.052-7, Verlag Pepl Daniel Musikverlag (Fullmax Publishing). Über neue Fassungen und Mitschnitte freuen wir uns; sie finden hier ihren Platz.

Leadsheet anfragen oder eine Fassung melden

Mehr zum Werk mit allen Daten steht auf der Werkseite.

Anmerkungen und Quellen (4)
  1. Kronen Zeitung, 20.03.2009, S. 36, Kurzkritik zu „Live In Concerts“. ↩
  2. Frühere Website harrypepl.com, Seite „Air, Love & Vitamins“ (Daniel Pepl). ↩
  3. Harry Pepl im Gespräch mit Nikolaus Kohler, Kohler 2006, S. 78 bis 79 (Interview 6-4). ↩
  4. Kohler 2006, S. 78 bis 79; Wochenpresse, 09.12.1988. ↩

Stand: 16.10.2026