Ein Standard aus Österreich
„Wenn es Klassiker des österreichischen Jazz gibt, hier ist einer!“, schrieb die Kronen Zeitung (österreichische Tageszeitung) 2009 über die Konzertaufnahmen des Jazzzwio.1 Gemeint war vor allem dieses Stück. „Air, Love & Vitamins“ hat, was einen Standard ausmacht: eine Melodie, die man nach einmal Hören mitsingen kann, eine Harmonik, die zum Improvisieren einlädt, und eine Form, die in jeder Besetzung trägt, im Duo von Gitarre und Vibraphon ebenso wie im Klaviertrio, mit Posaune, Geige oder E-Bass.
Wie das Stück entstand
Harry Pepl schrieb „Air, Love & Vitamins“ Anfang der 1980er Jahre. Der Titel sollte, mit einer Prise Selbstironie, etwas Grundpositives ausdrücken: Luft, Liebe und noch etwas, eben auch Vitamine. Im Freundeskreis kündigte Pepl das Stück zunächst humorvoll als „angeschissenen Wandersmann“ an.2 Ihm selbst lag es besonders am Herzen: „Das ist ein ganz liebes Lied mit einer lieben, einfachen Melodie, die eigentlich einen Gesang oder ein Saxofon verlangt, etwas das mit langen Tönen daherkommt.“3
Die erste Aufnahme: ECM, 1983
Im Juni 1982 nahm das Jazzzwio, Pepls Duo mit dem Vibraphonisten Werner Pirchner, für ECM (Münchner Jazzlabel von Manfred Eicher) auf, erweitert um den amerikanischen Schlagzeuger Jack DeJohnette. Das Album „Werner Pirchner / Harry Pepl / Jack DeJohnette“ erschien 1983 und erhielt den Preis der deutschen Schallplattenkritik.4 Mit ihm wurde „Air, Love & Vitamins“ über Österreich hinaus bekannt.
Harry Pepl spielt sein Stück
Pepl hat das Stück immer wieder neu gespielt. Im selben Jahr wie die ECM-Platte entstand für den ORF (österreichischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk) dieser Mitschnitt des Jazzzwio:
Jazzzwio: „Air, Love & Vitamins“, ORF 1983
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Weitere Fassungen mit Pepl sind auf Tonträgern erhalten: das Jazzzwio 1985 im Wiener Club Miles Smiles mit Georg Polansky am Schlagzeug („Live At Miles Smiles“, 2003), Pepls Band Air Mail 1988 im ORF-Studio Graz („Light Blues“, Neuauflage 2001) und das Jazzzwio in Montreux und Innsbruck („Live In Concerts“, 2009).
Interpretationen auf Tonträgern
- 2004: Wolfgang Muthspiel, Pepls Schüler an der Kunstuniversität Graz, benennt sein Trioalbum mit Marc Johnson und Brian Blade nach dem Stück: „Air, Love & Vitamins“.
- 2007: Das Christian Muthspiel Trio mit Franck Tortiller und Georg Breinschmid widmet dem Repertoire von Pirchner und Pepl das Album „Against The Wind“.
- 2020: Franck Tortiller und Misja Fitzgerald-Michel spielen das Stück im Duo von Vibraphon und Gitarre auf „Les Heures Propices“.
- 2025: Tim Collins und Martin Gasselsberger nehmen es auf „Songs From The Treehouse“ auf.
Auf der Bühne und im Netz
Wie weit das Stück gereist ist, zeigen die Fassungen anderer Musikerinnen und Musiker, die im Netz zu finden sind.
Christian Muthspiel Trio: „Air, Love & Vitamins“
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Franck Tortiller und Misja Fitzgerald-Michel: „Air, Love and Vitamins“
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Klemens Bittmann beim Zbigniew-Seifert-Wettbewerb 2014
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Robert Riegler und Primus Sitter, Porgy & Bess, Wien, 2012
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Bass-Cover aus Japan
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Pizsebpaulo: „Air, Love & Vitamins“
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Philipp Tröstl: „Air, Love & Vitamins“
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Jazz Martyrs: „Air, Love & Vitamins“
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Bump Trio: „Air, Love & Vitamins“
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Rob Spieler: „Air, Love and Vitamins“
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Für Musikerinnen und Musiker
Das Leadsheet stellen wir für Konzerte, Unterricht und Aufnahmen gern zur Verfügung. Wer das Stück spielt oder aufnimmt, meldet es bitte bei der AKM (österreichische Verwertungsgesellschaft für Komponist:innen, Textautor:innen und Musikverlage) unter der Werknummer 947102, ISWC T-001.036.052-7, Verlag Pepl Daniel Musikverlag (Fullmax Publishing). Über neue Fassungen und Mitschnitte freuen wir uns; sie finden hier ihren Platz.
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Mehr zum Werk mit allen Daten steht auf der Werkseite.
Anmerkungen und Quellen (4)
Stand: 16.10.2026