
Formation · 1983 bis 1993
Air Mail
Harry Pepls österreichisch-amerikanische Band
Nach dem Jazzzwio war Air Mail die Band, die Harry Pepl am stärksten prägte: mit Wolfgang Puschnig an Altsaxofon und Flöten, dem amerikanischen Bassisten Mike Richmond und Wolfgang Reisinger am Schlagzeug. Der Durchbruch kam 1984 beim Jazzfestival Moers, es folgten die Alben „Prayer For Peace“ (1985) und „Light Blues“ (1988), auf dem Pepl seine MIDI-Gitarre einsetzt.
Harry Pepl Gitarre und MIDI-Gitarre, Komponist
Auf einen Blick
- Besetzung
- Harry Pepl (Gitarre, MIDI-Gitarre), Wolfgang Puschnig (Altsaxofon, Flöte, Bansuri), Mike Richmond (Bass), Wolfgang Reisinger (Schlagzeug)
- Außerdem
- Robert Riegler (Bass, 1988), Karl „Bumi“ Fian (Trompete, Moers 1984), Jean-Paul Celea (Bass, 1993)
- Aktiv
- Herbst 1983 bis 1993
- Durchbruch
- Jazzfestival Moers, Mai 1984
- Tonträger
- Prayer For Peace (Moers Music, 1985), Light Blues (Amadeo, 1988; Universal, 2001)
- Schreibweisen
- Air Mail (Cover, Wolfgang Puschnig), Airmail (Literatur)
Wie die Band entstand
Pepl, Puschnig und Reisinger kannten sich aus dem Vienna Art Orchestra; Pepl sagte, die Band sei eigentlich durch das Art Orchestra entstanden. Die Initiative ging von Reisinger aus, erste Proben gab es mit dem Bassisten Jean-Paul Celea. Im Herbst 1983 stand die Besetzung mit Mike Richmond, den Reisinger über Harry Sokal kennengelernt hatte. Weil der Bassist eingeflogen wurde, hieß die Band Air Mail.1
Moers und Prayer For Peace
Den Durchbruch brachte im Mai 1984 das Jazzfestival Moers, mit dem Trompeter Karl „Bumi“ Fian als fünftem Mann. Vom 2. bis 4. Februar 1985 nahm die Band im Tonstudio Bauer „Prayer For Peace“ auf, Produzent war Burkhard Hennen, das Album erschien bei Moers Music. Je zwei Stücke stammen von Puschnig und Richmond, je eines von Reisinger und von Pepl: „Radlbremser“, ein rasendes Sechzehntel-Thema, das er schon beim String Summit spielen wollte und für das es erst mit Air Mail die nötige Power gab.2
Üben wie eine Popband
Air Mail übte nach Pepls Worten „ziemlich verrückt“: Die Themen spielten Pepl und Puschnig unisono, sie wurden vorgespielt statt notiert.3 Puschnig sagte später, er habe von Pepl die Phrasierung über den Taktstrich gelernt.4
Light Blues und die MIDI-Gitarre
„Light Blues“ entstand live am 8. und 9. Juli 1987 im Schlachthof Wels, zwei Titel im März 1988 im ORF-Studio Graz bei „Jazz und Stories“ mit Peter Turrini, dort mit Robert Riegler am Bass. Das Album erschien 1988 bei Amadeo und 2001 neu bei Universal in der Reihe Austrian Jazzart. Pepl spielt hier das Roland-MIDI-Gitarrensystem mit Flöten-, Klavier- und Percussion-Klängen, nach „Cracked Mirrors“ seine zweite Aufnahme damit.5 Das Titelstück heißt „The Halley's Comet, Light Blue Blues“; „125/250“ ist eine Fassung von Pepls „Ballentine for Valentine“.6
Konzerte bis 1993
Belegt sind unter anderem das Konzert in der Wiener Jazzspelunke am 30. März 1985 und ein ORF-Mitschnitt am 24. Mai 1986 in St. Gerold. Ihre Hauptzeit hatte die Band in den 1980er Jahren; das letzte Konzert spielte sie 1993 beim Jazzfestival in Raab, das Paul Zauner veranstaltete, mit Jean-Paul Celea am Bass.7 2006 spielten Puschnig und Reisinger bei der Jazzwerkstatt Wien gemeinsam mit Clemens Salesny und Kollegen ein Set mit Pepls Musik.8
Anmerkungen und Quellen (8)
Stimmen
Es ist eigentlich durch das Art Orchestra entstanden, dass wir immer mehr zusammengespielt haben.
Zu den Bands, wo das mit dem Üben so stark war wie mit dem Werner, zählt auf jeden Fall auch Airmail. Da haben wir wirklich ziemlich verrückt geübt.
Ich habe einfach seine musikalische Sprache gelernt.
Tonträger
Hören und sehen
Auswahl von Harry Pepl auf Spotify, nicht nur aus diesem Projekt.
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AirMail - Live At Amiens Jazz Festival 1986
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Fragen und Antworten
Wer spielte bei Air Mail?
Harry Pepl (Gitarre, MIDI-Gitarre), Wolfgang Puschnig (Altsaxofon, Flöte), Mike Richmond (Bass) und Wolfgang Reisinger (Schlagzeug); später spielte Robert Riegler Bass, 1993 Jean-Paul Celea.
Woher kommt der Name Air Mail?
Vom amerikanischen Bassisten Mike Richmond, der für die Konzerte eingeflogen wurde, so überliefert es Nikolaus Kohler.
Welche Alben hat Air Mail veröffentlicht?
„Prayer For Peace“ (Moers Music, 1985) und „Light Blues“ (Amadeo, 1988), das 2001 bei Universal neu erschien.
Wie lange gab es die Band?
Von Herbst 1983 bis zum letzten Konzert 1993 beim Jazzfestival in Raab.
Schreibt man Air Mail oder Airmail?
Offiziell „Air Mail“: So steht es auf den Covern von „Prayer For Peace“ und „Light Blues“, und so schreibt es Wolfgang Puschnig. In der Literatur (Kohler, Heckel, mica) steht meist „Airmail“. Gemeint ist dieselbe Band.
In der Chronik
- 1983 Air Mail findet seine Besetzung
- Mai 1984 Air Mail in Moers
- 2. Februar 1985 Aufnahme von „Prayer for Peace“
- 30. März 1985 Air Mail in der Jazzspelunke
- 24. Mai 1986 Air Mail in St. Gerold
- 8. Juli 1987 Air Mail live im Schlachthof Wels
- März 1988 „Jazz und Stories“ mit Peter Turrini
- 1993 Letztes Air-Mail-Konzert in Raab
- 2001 „Light Blues“ erscheint neu
- 13. März 2007 Deutschlandfunk „Milestones“

